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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1934-01-01 · 1934 · page 85

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1934
Date
1934-01-01
Page
– (sequence 85)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721059--084-2727535
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45 Das ״Feuer auf dem Altar entzünden“ wird mit |־DTÖ האיר wiedergegeben (1,10; vgl. Jes. 27,11). Der Charakter des Feiertages bei den Propheten. Der Kultus muß zur Zeit des Arnos und Hosea einen sehr äußerliehen Charakter getragen haben. Das bezeugt die Art, wie man, unbeschwert von der Sünde gegen den Nächsten, dem Dienst am Altar und im Gotteshause oblag (Am. 2, 8). So wenig wie die Wallfahrten nach Betel und Gilgal aus sittlichem Drang vollzogen wurden (Am. 4, 4), so wenig auch der Opferritus. Er lief schematisch ab (Am. 4, 4; 5), Hosea (9, 4) weissagt sein sicheres Ende voraus. Von den so vollzogenen Wallfahrten halten Arnos (Am. 5, 5) und Hosea (4, 15) nichts. Genau so äußerlich war die Arbeitsenthaltung an Sabbaten und Neumonden (Am. 8, 4 ff.). Arnos läßt Jhw Feste und Opfer hassen und verachten (Am. 5, 21), die nach ihm geschichtlich nicht begründet sind (Am. 5, 25), die Festtage sollen zur Trauer werden (Am. 8, 10), nach Hosea sollen sie gar allesamt aufhören (Hos. 2, 13). Wie haben sich nun die ersten schriftstellemden Propheten den richtig begangenen Feiertag gedacht? Die Antwort auf diese Frage kann, auf Grund der uns erhaltenen Reden der beiden Propheten, nur negativ gegeben werden: Amos und Hosea lehnen den Festtag in allen seinen Formen, ob übernommenen oder überlieferten, seines äußerlichen Charakters wegen, ab. Ob sie bei dieser schroffen Ablehnung dem Volk auch das Bild des richtig begangenen Feiertags gezeichnet haben, läßt sich nicht sagen. Spätere Prophetenhaben sich deutlich auf die Tora Mosis, als die überlieferte Gesetzesweisung bezogen. Aber Amos 2, 4: על מאסם את תורת ה״ scheint die Hand des Überarbeiters von II. Kön. 17, 15 zu verraten, wie auch Hos. 8, 1: עברו בריתי ועל תורתי פשעו, wenn es nicht späterer Zusatz ist, nicht deutlich verrät, was der Prophet unter Tora meint. Denn wenn er dem Volk den Vorwurf macht: *ותשבח תורת אלהיך (Hos. 4,6), und תורה hier mehr als die Unterweisung des Priesters bedeutet, so hätte es doch nahegelegen, dem Volke, das einem äußerlichen Kultus huldigt und die Tora nicht kennt, zu sagen, wie sich die überlieferte Tora das richtige Begehen des Gesetzes denkt. Daß Amos und Hosea, die die ganze Mannigfaltigkeit des heidnischen Kultus in ihrer Umgebung beobachteten, und die Kenntnis der Tora beim Volke nicht voraussetzen konnten, sich nicht damit begnügt hätten zu tadeln, sondern, wenn die hier angeführten Stellen eine überlieferte Tora meinen, im Geiste dieser Tora sich positiv geäußert hätten, darf angenommen werden. Aber auch

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