Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1934
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 80)
- Language
- German
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40 Kultbandiung bleibt dann das Osttor an Neumond- und Sabbattagen bis zum Abend geöffnet (46,2). Die 6 fehlerlosen Lämmer und der Widder, die am Sabbat dargebracht werden (46, 4), scheinen den 6 Wochentagen und dem Sabbat zu entsprechen (Smend). Die dazukommende מנחה ist ein Efa für den Widder und, je nach Vermögen, für die Lämmer und 1 Hin öl. Am Neumond tritt zu den Opfern, die am Sabbat dargebracht werden, noch ein Farre und ein Efa als 7 ,6 ,46) מנהה). Sabbat- und Neumondsopfer, wie sie Num. 28, 9 ff. vorgeschrieben sind, stimmen mit diesen Angaben nicht überein. Während aber nach der Schilderung Ezechiels nach diesen Feiertagsopfem das Tempeltor bis zum Abend geöffnet bleibt (46, 2), wird es, wenn der Fürst ein freiwilliges Opfer darbringt (נדבה), sofort nach seinem Weggang wieder geschlossen (46, 12). Ezechiel kennt auch das Pesabfest, dessen Vorschrift, von den Opfern abgesehen, bei ihm folgendermaßen lautet: ״Im 1. Monat, am 15. des Monats, sei euch das Pesabfest, ein Fest von 7 Tagen (so statt שבעות, das möglicherweise, um das Wochenfest anzudeuten für שבעת steht, Bertholet), ungesäuertes Brot soll gegessen werden“ (45, 21 f.)1. Das kurz gefaßte Gebot, ungesäuertes Brot zu essen, muß noch nicht, wie Bertholet meint, besagen, daß die מצות für Ezechiel Nebensache sind, gegenüber den Opfern, die ihm — dem Priester — die Hauptsache bedeuten. Num. 28, 16 ff. ist den Opfern noch mehr Platz eingeräumt als bei Ezechiel, das Massotgebot wird mit denselben kurzen Worten gegeben: מצות 1יאכל (das, V, 17). Nur Exod. 12, 15 ff.; 13, 3 ff., das das Gebot mit den Ereignissen beim Auszug zusammenbringt, begründet es näher. Dort entspricht dem 7 ,13) מצות יאבל) das 3 ,13) לא יאכל). Ein ähnlicher Ausdruck findet sich Lev. 6, 9: מצות תאכל. Mit dem Dt. (16, 1—8) will Ez. das Pesabfest in Jerusalem gefeiert wissen, und es soll, wie im Dt. (16, 3; 8), sieben Tage dauern. Das Fest am 15. des 7. Monats wird einfach mit החג bezeichnet, wie auch Salomo (I. Kön. 8, 2) und Jerobeam (1. Kön. 12, 32; 33) das Fest nennen. Des weiteren spricht Ezefchiel von zwei Entsühnungsfeiem für den Tempel, am 1. Nisan und 1. Ti§ri (45, 19; 20; im letzten Verse ist mit LXX: בשביעי באחד לחדש zu lesen). Die Entsühnung betrifft den Tempel, von einer Entsiindigung von Personen ist nicht die Rede2. 1 Vergl. dazu den Wortlaut des Erlasses Darius II, der den Juden Elephantines übermittelt -wird (Pap. 6), Sachau, 36—40. 2 Das Ritual des Versöhnungstages mit den beiden Böcken muß, wie schon