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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1934-01-01 · 1934 · page 79

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1934
Date
1934-01-01
Page
– (sequence 79)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721059--078-2727529
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39 ״Seine Piiester haben an meiner Tora gefrevelt und meine Heiligtümer entweiht, zwischen Heiligem und Unheiligem haben sie nicht unterschieden, über den Unterschied von Rein und Unrein haben sie nicht belehrt1, und von meinen Sabbaten haben sie ihre Augen gewandt, so daß ich entweiht wurde in ihrer Mitte“ (22, 26). In gewisser Hinsicht aber ist Jhw den Priestern selber ein Vorbild gewesen. Er hat Israel חקים לא טובים gegeben2 (20.25). Für Ezechiel aber steht, trotz dieser hohen Bewertung des Sabbat, die ihn über die anderen Feiertage hinaushebt, immer noch, wie bei Arnos und Jesaja, der Neumondstag an seiner Seite (45, 17; 46, 3). Der Neumondstag ist noch nicht schlicht: ראש החדש, sondern erhält wie der Sabbat seine besondere Note durch die Bezeichnung יום השבת« יום דחדש;1 ,46) יום). Der offizielle Kultus an beiden Tagen, wie sie sich der Prophet denkt, ist fast der gleiche. Das innere Osttor, das an den 6״ Werktagen“ geschlossen bleibt, wird an diesen Tagen geöffnet (46, 1). Der Fürst (נשיא) tritt durch die Halle des Tores an seine Pforte, bückt sich an der Schwelle des Tores und geht hinaus (46, 2). Dort stand er den opfernden Priestern gegenüber (das.). Das Volk dagegen (עם הארץ) stand außerhalb des Torgebäudes (46, 3). Das Vorrecht des Fürsten besteht also darin, daß er innerhalb des Torgebäudes, während der Darbietung der für ihn bestimmten Opfer, weilen darf. Über eine Gebetsordnung verlautet nichts, das Volk, und wohl auch der Fürst, kamen, ״sich vor Jhw zu bücken“ (46, 3). Während der Fürst durch die Torhalle hinein- und hinausgeht (46, 8), soll dagegen das Volk, wohl, damit keine Verkehrsstockung entsteht, durch das ihm bei dem Eintritt gegenüberliegende Tor das Heiligtum wieder verlassen (46, 9). Der Fürst befindet sich im übrigen, da er zugleich mit dem Volk den Tempel betritt3, ״in ihrer Mitte“ (46, 10). Nach Beendigung der 1 Bereits das Dt. setzt von dem Priester voraus, daß er das Volk über die Tora belehre. Siehe 17, 8 ff., wonach der Priester entscheiden soll: בין דם לדם, בין נגע לנגע, בין דין לדין und in Streitfällen. Es ist Pflicht auf das Urteil des Priesters bzw. Richters zu hören. Vergl. auch Dt. 21, 5 2 Dieser Satz scheint der Ausgangspunkt für die spätere christliche Lehre zu sein, nach der das Gesetz den Juden zur Strafe gegeben ward. Siehe Galat. 3, 19; Liturgien des Chrysostomus, ed. Cracau, 21; Aphraates, Hom. XV (Wright, 309). 3 Man vergl. als Gegensatz dazu die ägyptische Auffassung: »,Der König baut die Tempel, schenkt ihnen Schätze, gewährt die Opfergaben. Und ebenso ist es der König, den alle Bilder des Tempels darstellen, und der König, für den im Tempel gebetet wird — des frommen Volkes wird im Tempel niemals gedacht“ (Erman-Ranke, 1923, 311).

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