Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1934
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 75)
- Language
- German
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36 genannt. Götzenbilder ans Holz oder Stein (20, 32) und Altäre standen auf den Gipfeln der Berge, unter grünen Bäumen, besonders unter belaubten Eichen (6,13; 20, 28). An Festtagen hielt man dort Opfermahle ab (18, 6; 11; 12; 15; 22, 9), dann stieg der ״angenehme Opferduft“ vor diesen Götzen auf (6, 13; 20, 28), zu denen man, wohl beim Gebet, ״die Augen hob“ (18, 12; 15). Schlacht -und Gußopfer wurden dargebracht (20, 28). Ezechiel nennt solche Opfer ein כעם קרבן“ ein widerliches Opfer (20,28). Das Treiben vor den ״männlichen Götterbildern“ (16, 17), die oft aus kostbarem Metall hergestellt (das), mit edlen Gewändern bekleidet waren (16, 18), und denen man Räucherwerk, Opferbrot, Feinmehl, öl und Honig opferte (16, 18; 19), muß tatsächlich widerlich gewesen sein. Als den Höhepunkt dieses abgöttischen Kultes schildert Ezechiel das Opfern der erstgeborenen Kinder, die man zuerst schlachtete und dann ״durch das Feuer gehen ließ“. (16, 20; 21; 20, 26; 31; 23, 39.) Altäre standen auf Anhöhen in allen Straßenecken (16, 24; 25). Ezechiel gewährt uns auch, mehr als seine Vorgänger, einen Einblick in die feierlichen Kulthandlungen des alten Jerusalem. Er fühlt sich dorthin an den Eingang des Tores des inneren Vorhofes gebracht (8, 3). Dort sieht er das סמל הקנאה, vielleicht ein der Aäerä geweihtes Bild. Die ihr errichtete Statue (II. Kön. 21, 7) nennt jedenfalls der Chronist סמל (II. Chr. 33, 7). Sie wurde von Josia entfernt (II. Kön. 23, 6). Daß es sich um einen Kult handelt, beweisen die Worte: אשר בית ישראל עשים פה לרחקה מעל מקדשי, womit auch der Gegensatz zwischen dem geheiligten Kult im Tempel und dem abgöttischen betont wird. Dasselbe gilt von der Ausübung eines Mysterienkults, dem der Prophet in der Vision beiwohnt. In einem der Tempelhöfe sieht er durch ein Loch in der Wand eine, wie es scheint, ägyptische Kulthandlung. Er sieht Abbilder von Gewürm und anderen Tieren und alle mögliehen Götterbilder1 in die Wände eingegraben (8, 7 ff.), denen 70 von den Ältesten ein feierliches Räucheropfer darbringen2 3 (8, 11; 12). Das Bewußtsein der Teilnehmer, daß es sich um einen fremden Kult handelt, kommt in den Worten zum Ausdruck: 3(12 ,8) אין ה" ראה אתנו שב ה" את הארץ und in der Tatsache, daß• 1 רמש U. בהמה sind vielleicht Stiere, Krokodile, Katzen, Skarabäen. 2 Nach Jer. 6, 20 war der Weihrauch aus Saba u. das feine Würzrohr ״aus fernem Lande“ eingeführt. 3 Land und Gott sind für das Volk in alter Zeit unlöslich miteinander verbunden. Da Babylon gesiegt hat, hat Jhw gewissermaßen ״das Land verlassen1‘. Bei Deuterojesaja (49, 14) kommt dieselbe Stimmung zum Ausdruck, aber geläuterter. 3*