Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1934
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 71)
- Language
- German
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31 den prophetischen und historischen Büchern des A. T., daß man am Sabbat, wenn man ihn richtig hielt, den Handelsverkehr im Geschäft und auf dem Maikt einzustellen pflegte. Jer. 17, 22; 24; 27; enthalten demnach die Urform des Verbotes des Tragens am Sabbat, wie es später die יציאות (MiSna §abb. I, 1), die sich nicht nur auf große Lasten beschränken, darstellen. Als Ueberarbeitung aus der Zeit nach dem Untergange des Reiches Juda erweisen sich bei dem obigen Bericht jedenfalls folgende Stellen: die Anrede an die Könige Judas (17, 20), was verrät, daß der Überarbeiter die ganze abgelaufene Periode im Auge hat, desgl. die Verheißung beim Einhalten der Sabbatruhe, daß ״Könige und Fürsten, die auf Davids Thron sitzen“ mit ihrem ganzen Gefolge in Jerusalem einziehen werden (17, 25). Auch V. 23 verrät in seinem zweiten Teil die Hand des Ueberarbeiters. Für die Sabbatfeier zur Zeit Jeremias dürften also die folgenden Begriffe festgestanden haben: נשא משא ביום השבת, וקדשתם את יום הש", כל מלאכה לא תעשו, הוצאת משא מבית ביום השי׳. Von der Art des Betens zur Zeit Jeremias erhalten wir folgendes Bild : Die Beter kommen in den Tempel und ״stehen vor Jhw“ zum Gebet* 1 (7, 10). Als Gebetsarten werden genannt: תפלה und 11 ,14;14 ,11;16 ,7) רנה). Hinzukommt noch ״das Rufen zu Jhw“ (11,14), התפלל für ״beten“ kommt schon in ältester Zeit vor (I.Sam. 1, 27; 12, 19 etc.) und scheint, wie תפלה, (I. Kön. 8, 28; 38; 54; II. Kön. 19, 4; Jes.'l, 15; II. Sam. 7, 27 etc. Auch die Psalmen werden Ps. 72, 20 תפלה genannt), zur Zeit Jeremias als Bezeichnung für gewisse Gebetsformeln angewandt worden zu sein. (Vgl. Dt. 26, 5 ff.) Jeremia will zunächst das Gefühl der Sicherheit zerstören, das sich des sündigen Volkes bemächtigt, wenn es sich am Feiertag im Tempel zusammenfindet. Dieses Gefühl des Geborgenseins mag verkaufte kein Korn, öffnete die Getreidesäcke nicht und wog die Ware nicht ab. Daß dann der Markthandel im großen am Sabbat unterbunden war, dürfte sich von selbst verstehen. In alter Zeit pflegte man an Sabbat- und Neumondstagen die Propheten aufzusuchen (II. Kön. 4. 22—23). Es hätte, alter Gepflogenheit zufolge, nahegelegen, daß die Sunamiterin dem Gottesmann Geschenke mitgebracht hätte (vergl. dazu II. Kön. 5, 5; 8, 8), dem war aber nicht so, sondern sie verlangt nur nach einer Eselin und einem Begleiter (II. Kön. 4, 22). Über die Einstellung der Arbeit am Sabbat nach Philo siehe Heinemann, Philos gr. u. j. B., 101. 1 עמד לפני .ועמדתם לפני בבית heißt zunächst: ״ehrfürchtig vor jemandem stehen“ (I. Kön. 1, 28). Vergl. Dt. 1, 38; I. Sam. 16, 21; Jer. 52, 12, und scheint sich dann später zu dem Begriff ״im Gebet vor Gott stehen“ (.עמד בתפלד) erweitert zu haben.