Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1934
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 70)
- Language
- German
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30 worden za sein (31, 4; 5), besonders wohl auch der Tag, an dem man die Früchte genießen durfte. (Das. vgl. Lev. 19, 23)1. Das heimgekehrte Reich Israel läßt der Prophet durch die Wächter auffordem, nach Zion hinauf zu ziehen, um also die alten Wallfahrtsfeste, vielleicht hier das Sukkotfest wieder zu begehen (31, 5). Bei Vermählungsfesten hörte man ״die Stimme des Bräutigams uiid der Braut“ (7, 34; 16, 9; 25, 10; 33, 10), sie wird neben der ״Stimme des Jubels und der Freude“ erwähnt. (Das.) Lustig klang bei der Vorbereitung des Festmahls das Klappern der Handmühle (25, 10), und hell brannten bei den Feiern die Lampen (das.). Neben diesen Festtagen muß aber der Kultus an den großen Feiertagen im Tempel zur Zeit des Propheten und der großen Tempelrestauration sehr eindrucksvoll gewesen sein. Das Volk strömte durch die Tempeltore, um sich vor Jhw zu bücken (7, 2; 26, 2), der imponierende Bau des Tempels erweckt bei dem durch die unglücklichen Verhältnisse ängstlich gewordenen Volk den Eindruck der Sicherheit, in dem Gefühl, daß dem Gotteshause, in dem man sich befindet, niemals etwas geschehen kann. Sie sagen: ״Dies ist der Tempel Jhw’s (7, 4) und: ״wir sind gerettet“ (7, 10). Die Leviten hörte man singen2: הודו את ד«״ צבאות בי טוב ה" בי לעולם חסדך, bei freudigen Anlässen wurden Dankopfer dargebracht (33, 11). In solchen Fällen, der Prophet denkt an die Heimkehr des Reiches Israel, pflegte man sogar einen Glückwunsch zu sprechen :31,22) יברכך ה״ נוה צדק הר הקדש). Der Sabbat muß zur Zeit Jeremias, trotz des fraglos überarbeiteten Berichts (17, 19—27), begangen worden sein3. Es ergibt sich aus 1 Zu den Freudenfesten in den Weinbergen vergl. Ri. 21, 20 ff. 2 Vergl. Bücbler, Zur Geschichte der Tempelmusik und der Tempelpsalmen, ZAW, Bd. 19, 96 ff. 3 In diesen Sätzen verraten zunächst die folgenden deutlich jere-!manischen Sprachgebrauch: V. 19 (vergl. dazu: 2, 2; 3, 12; 13, 16; 19, 1; 28, 13; 34, 2); V. 20 (vergl. dazu: 2, 4; 7, 2; 19, 3; 21, 11; 29, 20; 31, 9; 42, 15; 44, 26; zu denselben Sätzen vergl. noch 22, 2; 26, 2).ני V. 21 (vergl. dazu: Dt. 4, 23; 11, 16); V. 22 (vergl. dazu: Dt. 5, 13; 14; 16, 8; zu demselben Verse vergl. noch: Dt. 5, 12; II. Kön. 10, 20); V. 23 (vergl. dazu Jer. 7 ,43;21 ,42;ל1;16 ,35;14 ,34;19 ,29;8;7;3 ,25;12;9 ,13;26 ,ל; 44, 23; 40, 3; Dt. 1, 43; 9, 23; Hos. 9, 1ל). Daß das Begehen des Sabbat seit alter Zeit vorausgesetzt wird, beweist Exod. 23, 12, das eine ältere Fassung von Exod. 20, 10 und Dt. 5, 14 zu sein scheint, und Arnos 8, 5. Gerade, daß man zur Zeit des Arnos den Sabbat in Nordisrael nur widerwillig hielt, spricht für seine Existenz. Neh.^13, 18 weist deutlich darauf hin, daß die alten Geschlechter den Sabbat entweiht haben. Was nun die Arfc des Sabbatruhens in alter Zeit betrifft, so verrät Arnos 8, 5; daß es sich beim Ruhen um das Unterbrechen des Geschäftslebens handelte, man