Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1934
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 69)
- Language
- German
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29 zu diesen Festen zuging, schildert Jerexnia anschaulich: Die Kinder sammeln Hölzer, die Männer fachen das Feuer an, und die Frauen kneten Teig, um eine Art Kuchen für die Göttin zu bereiten (7, 17—18; 44, 17). Man pflegte ihr auch zu räuchern (44, 17), Gußopfer darzubringen (44, 17) und in besonderen Fällen solche Opfer zu geloben (44, 25). Die Altäre der Göttin müssen im ganzen Reiche Juda zahlreich vorhanden gewesen sein (44, 17). Die Vielgestaltigkeit des Götterkults1, der sicherlich an Festtagen besonders in Erscheinung trat, bezeugt, wie bei früheren Propheten, der Ausdruck 29 ,32;13 ,19;18 ,7) 2אלהים אחרים) oder 3(9 ,7) אלהים אחרים אשר לא ידעום. Dazu gehörte auch der seit langem eingeführte Planetendienst, dem man zumeist auf den Dächern oblag (19, 13)4. Nach 7,30 hatte man sogar im Tempel zu Jerusalem Götterbilder bzw. Altäre — Jeremia nennt sie שקוצים — aufgestellt (vgl. II. Kön. 21, 5; 7; 23, 4)5. Die Opferarten, die Jeremia erwähnt, sind: זבחים ,(12 ,14;21 ,7) עלות (7, 21; 17, 26),26 ,17) תודה,(26 ,17) לבונה,(26 ,17;14,12) מנחה; 33, 11) und 29 ,32;13 ,19;18 ,7) נסכים), die wohl zumeist an Festtagen den ,,fremden Göttern“ dargebracht wurden (Das. und 19, 5). An solchen und anderen Freudentagen ging es fröhlich zu. Es herrschte ,,Freude und Jubel“ (48, 33), es bildeten sich frohe Kreise, die sich auf alle Art ergötzten (15, 17), die Pauke wurde geschlagen (31, 3) und Reigentänze aufgeführt (31, 3; 12;). Im Weintrinken legte man sich keinen Zwang an. Man trank, bis man schwankte und in Rasen geriet (25, 16), völlig trunken wurde, sich erbrach und schließlich unter den Tisch fiel (25, 27). Die Häuser, in denen Gelage abgehalten wurden — das ist wohl בית המשתה — müssen damals sehr besucht gewesen sein (16, 8)6. Bei dem Keltern hörte man das Hedädrufen der Arbeiter (48, 33), das Bepflanzen der Weinberge scheint gefeiert 1 Dt. 7, 5 werden genannt: Altäre, Standsäulen, Aseren, Götterbilder. Vgl. 12, 3. 2 Besonders häufig in Dt. (6, 14; 7, 4; 8, 19; 11, 16; 28; 13, 3; 7; 14; 17, 3; 18, 20; 28, 36; 29, 25; 31, 18; 20. Die Verlockung zum Dienst der ״andern Götter“ soll nach Dt. 13, 7 ff. besonders bestraft werden. 3 Vergl. Dt. 6, 14. 4 Vergl. Dt. 4, 19, wonach der Planetendienst von Jhw allen Völkern, im Gegensatz zum jüdischen Volk, ״zugeteüt“ worden ist. Nach 17, 3, soll solcher Dienst mit dem Tode bestraft werden. Der fremde Kult ist aber Israel nicht ״zugeteilt“ worden (Dt. 29, 25). 5 Vgl. Dt. 16, 21: לא תטע לך אשרה בל עץ אצל מזבח דד אלהיך• 6 Der Ausdruck wird neben יום טוב Est. 8, 17; 9, 19 erwähnt. יום משתה ושמחה kommt Est. 9, 17 ff.; 22 vor.