Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1934
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 66)
- Language
- German
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- Isaiah 1× ep/1005097
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26 gekannt, wie der Ansdruck נם כי תלט תפלה zu verraten scheint (1, 15). Dankesgebetsformeln waren: 4 ,12) הודו לה״ קראו בשמו) und 5 ,12) זמרו לה״), wie sie wohl damals schon in Psalmenversen rezitiert (siehe Ps. 105, 1; 148, 13) oder bei Prozessionen gesungen wurden (etwa Ps. 24). Die Opfer, die Jesaja erwähnt (1, 13), sind מנחה und קטרת. Die scharfe Sprache, die Jesaja für die rein kultische Art des Feiertages hat, und die weit schärfer als die Sprache des Arnos und Hosea ist, ist aus dem tiefen religiösen Gefühl des judäischen Propheten zu verstehen, für den, mögen auch noch so viele kleine Tempel und Opferstätten damals im Reiche Juda bestanden haben, doch der salomonische Tempel, trotz der Entweihung durch das Treiben des Volkes, von überragender Bedeutung ist. Es ist aber auch die Sprache des am Hofe verkehrenden, angesehenen Mannes, wenn er im Namen Jhw’s von ״meinen Höfen“ spricht, die das Volk, wenn es ״vor mir erscheint“, zertritt (1, 12). Die מנחה ist ihm eine vergebliche ״Gabe“, das Räucherwerk ,, ein Greuel“ (1, 13). Die Feste und Feiern aller Art, alte und neueingefühite, ״haßt seine Seele“, ״sind ihm ein Mühsal geworden“, er ist ״müde geworden, sie zu ertragen“ (1, 14). Wie vor dem König sieht man die Menge die Hände zum Bitten ausbreiten (1, 15), aber der königliche Prophet, der Jhw wie einen König auf seinem Throne sitzend schaut (6,1), von einem Hofstaat von Engeln umgeben (das. 2 ff.), und der in der Spiache des Höflings zu seinem Gotte spricht (6, 8), wendet seine Augen von der Menge ab (1, 15) und hört nicht auf die vielen Gebete (das.). Während Arnos und Hosea über die Scheinheiligkeit der Kultbeflissenen schelten, drückt das Jesaja mit großartiger Anschaulichkeit aus: Breitet Eure Hände nicht vor mir zum Gebet aus, denn sie sind voll Blut (vgl. 1, 15). Kurz bevor Sanherlb Jerusalem belagerte, hält Jesaja eine große Straf rede an das Volk. Sie beginnt mit den Worten: ״Weh, Ariel, Ariel, du Stadt, wo einst David sein Lager aufschlug, fügt nur Jahr an Jahr und laßt die Feste kreisen!“ (29,1.) Wahrscheinlich war wieder einmal ein Festzyklus zu Ende, vielleicht beim Ausgang des Herbstfestes. Aber dies schematische Ablaufen der Feste wird beim Herannahen der Feinde ein Ende haben. Denn das Volk nähert sich Gott nur mit seinem Munde und ehrt ihn nur mit seinen Lippen, aber ihr Herz ist fern von ihm und ihre Gottesfurcht nur angelerntes Menscherigebot (29, 13). Hände אל דביר קדשך (Ps. 28, 2). Außerhalb Palästinas wendet man sich dem Lande zu (I. Kön. 8, 48: והתפללו עליך דקד ארצם). Daniel wandte sich beim Gebet ננד ירושלים (Dan. 6, 11).