Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1934
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 62)
- Language
- German
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22 und des Neumondes sind nicht Feiertage im Sinne des Propheten (8, 4 ff.)• Die an diesem Tage ruhen, können nicht warten, bis ״der Neumond herum ist1, damit wir Getreide verkaufen, und der Sabbat, daß wir die Korn(säcke) aufmachen, um das Maß zu verkleinern, den Preis zu steigern, und die Lügenwage zu verfälschen“. Das äußere Gepränge des Volksfesttages, ja des überlieferten Kultus überhaupt, hat nach Arnos keinen Sinn, wenn man nicht ״Gott sucht“ (5, 4 ff.). Die Kulte in Betel und Gilgal sind Frevel vor Gott (4, 4), das ganze Opferritual an den Fest- und an anderen Tagen findet nur seines äußerlichen Charakters wegen die Liebe des Volkes (4, 5). Das ist nicht der Sinn des Feiertages, wie ihn der Prophet für sein Volk erstrebt: ״Ich hasse und verachte euere Feste und will euere Feiertage nicht riechen“ (5, 21). ״Ich werde euere Feste zur Trauer umwandeln und euere Lieder zur Klage“ (8, 10). Zwecklos sind die dargebrachten Opfer (5, 22) und das Tönen der Instrumente zur Feier des Tages (5, 23). Aber ״das Recht soll fließen wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach“. (5, 24.) Es ist beachtenswert, daß Arnos die Bagatellisierung des Propheten- und Nasiräertums seinen Landsleuten nicht verzeihen kann (2, 11 ff.), aber auf das nur äußerlich geübte Opferwesen keinen Wert legt (5, 25). Solange das Volk das Rechte nicht tut (3, 10), zu Jhw nicht zurückkehrt (4,8), sich nicht bereit weiß, Jhw zu begegnen (4,12), ihn nicht sucht (5,4), nicht das Gute, sondern das Böse will(5,14),nicht Gerechtigkeit übt (5, 15), Hunger und Durst empfindet nach Brot und Wasser, aber nicht nach dem Worte Jhw's (8, 11), solange, das darf nach dem Bisherigen angenommen werden, ist für den Propheten der Volksfesttag jeder Art, wie man ihn damals feierte, ohne Sinn. Der Prophet fordert, an Stelle dieses zumeist nach fremder Sitte begangenen Festtages, den vom sittlichen Ernst getragenen Feiertag. H o s e a. Hosea, der vor dem Sturz des Hauses Jehus schon als Prophet aufgetreten war (743), und noch im Jahre 738 wirkte, gibt 1ms, ähnlich wie Arnos, ein Bild vom damaligen Volksfeste. Die Ausdrücke für Feiertage, die nebeneinander aufgezählt werden, sind חדש, חנים und 13 ,2) שבת). Generell werden sie alle מועדים (vergl. 2,13; וכל מועדה) genannt, eine Bezeichnung, die also altüberlieferte Festtage, wie auch aus fremdem Kult übernommene 1 עבר vom Tag gesagt, vgl. Ps. 90, 4: כיום אתמל כי יעבר, vom Fest, Jer. 8, 20: עבר קציר.