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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1934-01-01 · 1934 · page 61

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1934
Date
1934-01-01
Page
– (sequence 61)
Language
German
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IRI
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21 das Volksfest, das für den Propheten einen Abfall zu fremden Gottheiten bedeutet. (I. Kön. 12, 32; 33)1. Die Opferarten, die an den verschiedenen Kultorten dargebracht wurden, und die Amos aufzählt, sind: ,(21 ,5) עלות ,(4 ,4) נדבות ,(4 ,4) זבחים 21 ,5) מנחה) und 21 ,5) שלמים). Erwähnt werden auch das Räucheropfer (4, 4) und die Zehntenabgabe (das.). Die ausgelassene Fröhlichkeit, die mit den damals begangenen Volksfesten verbunden war, läßt sich aus den uns noch erhaltenen Reden des Amos deutlich erkennen. Man lag auf Elfenbeinlagem und Diwanen ausgestreckt (6, 4), bei den Gelagen taten sich besonders die Frauen hervor, die Amos treffend ״Basanskühe“ nennt (4, l)2, zu deren Befriedigung die Männer auf jeden Fall die Mittel beschaffen müssen (das.). Es wird gezecht (das.), der Wein wird aus großen Sprengschalen getrunken (6, 4)3, man salbt sich mit dem besten öl (6, 4). Dazu ertönten Lieder, deren es damals viele gab (5, 23), Flötenspiele (das.), die Künstler pflegten mit Vorliebe auf ihren Instrumenten zu phantasieren (6, 5) und verglichen sich wohl mit David, dem königlichen Sänger der Vorzeit (6, 5)4. Und Amos erkennt in einer für seine Zeit einzigartigen Klarheit die religiöse Unzulänglichkeit dieses Festtreibens. Was nutzt der Altardienst, wenn man auf gepfändeten Kleidern sich hinstreckt (2, 8), wenn der Wein, den man spendet und trinkt, von ungerecht Abgeurteilten stammt (das.). Es darf angenommen werden, daß Amos, der vom Leben der Syrer (1, 3 ff.), der Philister (1, 6 ff.; 9, 7), der Sidonier (1, 9 ff.), der Edomiter (1, 11 ff.), der Ammoniter (1, 13 ff.), der Moabiter (2, 1 ff.), der Kuschiten (9, 7), der Aramäer (9, 7) und vielleicht auch der Aegypter (8, 8) wußte, auch die Art ihres Festtages kannte. Er sieht, daß der Volksfesttag in Israel sich nicht wesentlich von dem Festtag der anderen Völker des Orients unterscheidet. Selbst die von Herodot (I. 199) verpönte Sitte des Hierodulendienstes, hatte das Reich Israel damals übernommen (2, 7). Auch die Feiern des Sabbats 1 חגים sind ursprüngl. Festprozessionen. Beim babyl. Neujahrsfest wird Marduk in feierlicher Prozession zu Schiff zu dem Neujahrsfesthaus gebracht (Benzinger, 388). Auch bei den Aegyptern gab es solche’ Pro- Zessionen (Erman-Banke, 319). 2 Vergl. Hos. 4, 16: כפרה פרדה סדר ישראל• 3 Vergl. für das Wort Ex. 27, 3; 38, 3; Num. 4, 14; I. Kön. 7, 40. 4 David ga’t als Einführer der Musik beim Tempelkult (I. Chr. 16, 4 ff.; 25,1 ff.) und als Sänger der Vorzeit (II. Chr. 7, 6: כלי שיר ה* אשר פשה דויד; vgl. 29, 27; 35,15: המשרדים ..., טל מטמדם כמצות דויד.

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