Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1934
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 59)
- Language
- German
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19 Jes. 47, 13; werden die חברי שמים und חזים בככבים neben den מודיעים לחדשים genannt, woraus sich ergibt, daß die Festsetzung des Monats ursprünglich ein feierlicher Akt des Planeten.- dienstes gewesen sein muß, der zugleich das Schicksal des kommenden Monats bestimmen wollte. Nach den Angaben des A. T. haben die Babylonier die Glücksgottheit גד, wohl ein Planet (Jes. 65, 11), desgl. einen ״Schicksalsgott“ (das. מני) verehrt. Der abscheulichste Kult aber des alten Kanaan war der der Kinderopfer, die man unter Abas und Manasse dem Moloch (מלך vokalisiert nach בשת, eigentlich מלך; siehe G. Hoffmann, ZAW, III, 124) darbrachte (II. Kön. 16, 3; 21, 6; 23, 10; Jer. 7, 31; Mika 6, 7). Es waren die Erstgeborenen, die der Gott als Sühneopfer verlangte (Mikä 6, 7). Der sicherlich uralte Brauch wird durch das Gebot Exod. 13, 12; 34, 19; 20; entgiftet. Auch im Reich Israel huldigte man dem Brauch (II. Kön. 17, 17), desgleichen bei den assyrischen Kolonisten aus Sepharwim (II. Kön. 17, 31). Jeremia 19, 5; bezeichnete den Kult als einen fremden (אשר לא צרתי ולא דברתי ולא עלתה על לבי), im Tai Ben Hinnom bei Jerusalem befand sich die Kultstätte (Jer. 7,31). Es gab dort die במות התפת (das.), oder במות הבעל (Jer. 19, 5). Der תפת muß nach Jes. 30, 33; ein Scheiterhaufen gewesen sein, wie ihn Könige hergerichtet bekamen (Vergl. Smith, 284, woselbst auch von dem phönizischen Molochdienst die Rede ist). Von einem ״Abschlachten“ der Kinder für die Götzen (נלולים) ist Ez. 23, 39; die Rede. Der Kult ist oft auch dichterisch dargestellt worden. Dies ist das Bild vom Kultleben im alten Kanaan, das zweifeilos auch den Festtagen, wie das Volk sie liebte, das Gepräge gegeben hat. Nimmt man noch die widerwärtigen Sitten hinzu, die im Volk verbreitet waren, den Hierodulendienst, der sogar den Tempel schändete1, — das Dt. mußte ihn (Dt. 23, 18) und 1 קדשים sind die ״Geweihten“ I. Kön. 15, 12; werden die קדשים neben den גלולים genannt. Es gab im Jerusalem. Tempel בתי קדשים (II. Kön. 23, 7). Aus Hosea 4, 13 ff. scheint sich zu ergeben, daß sich Mädchen und j'unge Frauen am Hierodulendienst beteiligten, wohl ähnlich wie in Babylon, wo j*edes Weib des Landes sich einmal in ihrem Leben bei dem Tempel der Göttin niedersetzen und sich einem Fremden hingeben mußte. Der Brauch spielte sich folgendermaßen ab: Die Frauen saßen im heiligen Hain, mit einem Kranz von Stricken um den Kopf. Fremde Männer kamen und wählten sich eine aus. Nicht eher durfte das Weib nach Haus zurückkehren, bis ein Mann ihr Geld in den Schoß geworfen und sie sich ihm hingegeben hatte. Das Geld galt als dem Gott geweiht. Herodot I, 199, der dies erzählt, fügt, wie zur Entschuldigung hinzu, daß dieser Brauch von den babylon. Frauen nur einmal in ihrem Leben geübt wurde, und daß viele sich dessen schämten. 2*