Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1934
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 57)
- Language
- German
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17 Auch dem Tammuz waren im alten Kanaan bestimmte Tage geweiht. Es ist der phönizische Adonis. Lucian (de dea Syria, § 6) berichtet von seinem Kult: ״Nachdem sie genügend geklagt und geweint haben, bringen sie zuerst dem Adonis ein Opfer wie einem Toten“. Auf der VI. Tafel des Gilgame§־Epos kommt Tammuz als Gemahl der Iätar vor, ״dem sie Jahr um Jahr Weinen bestimmt hat“ (ATAO, 41). Noch zur Zeit Ezechiels wurde Tammuz von den israelitischen Frauen beweint (Ez. 8, 14). Nach der Zeitangabe (Ez.8,1) für die Vision dieses Propheten, muß sein Fest am 5. Tage des 6. Monats begangen worden sein. Im Aegypten wurde der Tod der Osiris in ähnlicher Weise beklagt. Interessant ist, daß noch Hieronymus die Identifikation des Tammuz mit Adonis kennt (zu Ez. 8, 14: ״quem nos Adonidem interpretati sumus et Hebraeus et Graecus Thammuz vocat. . .“). Es ist der Gott der Frühlingsvegetation, die im Monat Tammuz abstirbt. Eine anschauliche Kultscene schildert Ezechiel 8, 16: Etwa 25 Männer stehen, mit dem Rücken nach dem היכל ד,״ (hier wohl das innere Gebäude des Tempels gemeint), nach Osten gewandt, und bücken sich vor der Sonne. Der ägyptische Hauptort des Sonnenkultes war Heliopolis (Jer. 43, 13), dessen Standbilder erwähnt werden (das מצבית בית שמש אשר בארץ מצרים). Desgleichen verehrten die Perser die Sonne (Herodot I, 131), der sie Opfer darbrachten (das.). Die Richtung nach Osten (Ez. 8, 16: פניהם קדמה) muß eine alte Qibla darstellen. Die Essäer wenden sich beim Gebet nach der aufgehenden Sonne, an die sie Gebete richten (Josephus, Bellum, II, 8, 5). Elchasai verbot das Beten nach Osten und befahl, sich nach Jerusalem zu wenden ״ (Brandt, Elchasai, 23; 104). Eine Vorschrift in der Mälfänüta J daslihä (Didache Apostolon. ed. Cureton, Ancient Syriac Docuf ments, 24, Text), ist der Befehl, sich beim Gebet nach Osten zu J wenden. Nach II. Kön. 23, 11; hat man in Jerusalem noch zur j Zeit josias Sonnenpferde (1 (הסוסים אשר נתנו מלכי יהודה לשמש und Sonnenwagen (מרכבות השמש) verehrt. Nach Herodot (I, 216) opferten die Massageten der Sonne Pferde. Es soll auch bei den Persern heilige Pferde gegeben haben (Spiegel, Avesta, III, Einleitung, XX), wahrscheinlich hat man sich die Sonne auf scheint auch von der Vorstellung der in der Schlange enthaltenen Lebenskraft auszugehen. Vergl. Stellen wie: Apok. Joh. 12, 9; Schatzhöhle (ed. Bezold), 22; Ephr. Syrus, Hymni de navitate Christi in carne, II (ed.Lamy, 1886, 457) Aprokr.-gnostische Adamsbücher (ed. Preuschen), 173 ff.;Book fo the Bee (ed. Budge) Oxf. 1886. c. 16; Augustinus, de civitate dei, XIV, 11. % U3׳ 2