Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1934
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 55)
- Language
- German
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15 und die vielleicht auch als Schafgöttin in Kanaan (der Ausdruck Dt. 7, 13: עשתרת צאנך scheint ursprünglich die Fruchtbarkeit der Schafe mit der Astarte in Verbindung gebracht zu haben)1 bekannt war, wissen wir wenig. Sie wird häufig neben Baal genannt (Ri. 2, 13; 10, 6; I. Sam. 7, 4; etc.), und war dessen weibliches Gegenstück. Es ist die assyr. Istar, Astartu. Ihre Kult- Stätte lag in Bäsän neben Edre‘1 (Jos. 9, 10; 12, 14; Dt. 1, 4). Wahrscheinlich wurde sie in Kanaan ursprünglich gehörnt2 dargestellt (Gen. 14, 5: עשתרת קרנים). Ueber den lunaren Charakter der Astarte vergl. Baudissin, in R. E. II. 154, 1—3, 13 f. In Inschriften des Assubamipal wird eine Göttin Atarsamain genannt ((Baudissin, R. E. I. 187, 33 ff). Atar ist das männliche Pendant zu Astarte (siehe Westphal, 222). In einer. Widmungsinschrift für Hammurabi wird Istar- Aäratum ״die Braut des Himmelskönigs“ genannt (KAT, 20; Anm. 1; 178, Anm. 1; Westphal, 223). Mehr als von diesen Kulten ist uns von dem Kälberdienst in Dan und Betel bekannt. In Betel, dessen heiliger Charakter bis in die Patriarchenzeit zurückgeführt wird (Gen. 28, 10 ff; 35, 14) stand später die Stiftshütte (Ri. 20, 18; I. Sam. 10, 3), und dort waltete Samuel seines Amtes als Richter (I. Sam. 7, 16) . Jn Dan, ursprünglich ליש (Ri. 18, 7; 27, 29) oder לשם (Jos. 19, 47), stellten die Daniten das Heiligtum des Mika aus dem Stamm Ephraim auf. Man schrieb dort Orakelsprüche (Ri 18, 5), es gab dort מסכה ,תרפים ,אפד ,פסל und einen Priester (Ri. 18, 17) . Das Bild, das dort stand, bezeichnete Mika als ״den Gott, den ich mir gemacht habe“ (Ri. 18, 24: את אלהי אשר עשיתי). Nach Ri. 18, 31 bestand es solange, als das Heiligtum in äiloh bestand. Der Priester dort war ein Abkömmling Mosis3. Die Nachkommen Mosis verwalteten dieses Priesteramt עד יום גלות הארץ (II. Kön. 15, 29). Die Frage, ob es damals regelrechte Jhw-Bilder gab, ist heute zu verneinen. Es handelt sich um die Einführung von 1 Ueber das Schafopfer im Kultus der Kyprischen Aphrodite siehe Rob. Smith, 337 ff. 2 Alexander, als Sohn des Zeus Ammon, wird auf Münzen mit einem Horn dargestellt, das, da es sich um Profildarstellungen handelt, doppelt zu denken ist. Daniel erscheint Alexander (8, 21) im Bilde eines Bockes mit einem Horn, während das persische Reich in Dan. 8, 20 zwei Hörner trägt. Zu der syr. Alexandersage und zu dem qoranischen Du - 1 ־ qarnain siehe Horovitz, Koran. Untersuchungen, 111. 3 Es ist nicht יהונתן בן גר־שד בן מנשה, sondern בן משה (Ri. 18, 30) zu lesen. Das כ ist hochgestellt, die Aenderung in Manasse offensichtlich tendenziös.