Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1934
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 53)
- Language
- German
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13 Arabien1, und im ganzen alten Orient überhaupt verbreitet war, treten auch im alten Kanaan in verschiedener Gestalt aul2. Hier interessieren nur die Formen seines Kultes, wie sie aus den An־ gaben des A. T. noch erkenntnlich sind, und von denen wir an־ nehmen dürfen, daß sie an den, von den Propheten so sehr be־ kämpften Festen des Baal eine Rolle spielten. Die ״Baalstage“ werden an einer Stelle erwähnt (Hos. 2, 15: 3ימי הבעלים). An ihnen fun־ gierten die Baalspriester (כה:י הבמות: I. Kön. 12, 32; 13, 3; 33; II. Kön. 17, 32; 23, 9; 20; oder עביי הבעל: II. Kön. 10, 21; 22) in besonderer Tracht (II. Kön. 10, 22), sie besaßen, wie es scheint, eine große Garderobe, die von einem Aufseher verwaltet wurde {das.). Erwähnt werden die Baalstempel (II. Kön. 11, 18), seine Altäre (II. Kön. 11, 18;) und Bilder (צלמים das.). Hinzu kommen die Standbilder des Baal (מצבות I. Kön. 14, 23; II. Kön. 3, 2; 10, 26; 18, 4; 23, 14; Mika 5, 13; II. Chr. 14, 2; 31, 1), die man auch in Tyrus kannte (Herod. II, 44). Die Zahl der Priester muß groß gewesen sein (nach I. Kön. 18, 19; gab es in Israel 450 Priester des Baal, und 400 Priester der Aserä), sie wurden zur Königlichen Hoftafel zugezogen (das.). Sie waren in Klassen eingeteilt (II. Kön. 10, 19). Bei den Opfern, die dem Baal dargebracht wurden, tanzten die Priester um den Altar (I. Kön. 18, 26) und ritzten sich in der Ekstase die Haut mit Messern (I. Kön. 18, 28). Von dem Kult selbst erfährt man, daß man die Baal־ säulen zu küssen pflegte4 (I. Kön. 19, 18), die Opfer wurden auf 1 Siehe die Angaben bei Robertson Smith, die Religion der Semiten, (deutsch) 1899, 77 ff. 2 So בעל מעון (Ez. 25, 9; I. Chr. 5, 8; Jos. 13, 17; Jer. 48, 23) בעל פרצים (II. Sam. 5, 20; I. Chr. 14, 11), בעל זבוב als Gott der Ekroniter (II. Kön. 1, 2; vergl. den Z3u; Paus. 5, 14 und deus myiagnis Plin. 10, 40), בעל חמר (Ri. 20, 33) etc. etc. Siehe dazu Gail, altisr. Kultstätten, Gießen, 1898. Als Götter der Fruchtbarkeit wurden die Baale an Stätten verehrt, denen Quellen Fruchtbarkeit verliehen, oder in Hainen auf grünen Lichtungen. Solche Orte, die vom Ackerbau abgesondert waren, besaßen bei allen Semiten eine gewisse Heiligkeit (Smith, 72). In phöniz. und palmyr. Inschriften ist von dem בעל שמין die Rede, in phöniz. Zuschriften erst in hellen. Zeit, dann sehr häufig (Lidzbarski, Ephem. für sem. Epigraphik, I, 247) Baalsamin findet sich schon früher (KAT, 357; Winckler, Altoriental. Forschungen, II, 10). 3 Vergl. üm ili ״Festtag“ (Zimmern, Neujahrsfest, 133; KAT, 385, Anm. 4 ff. Auch der Ausdruck üm paläh ile ״Tag der Gott es Verehrung“ ist vielleicht damit zu vergleichen (Landsberger, 12). Nicht damit zu vergleichen sind dagegen die ajjäm Allah (Sure 14, 5), die die Strafgerichte Allahs bezeichnen und mit den 'מלחמות ה (Num. 21, 14) zusammenzustellen sind. 4 Nach Hos. 13, 2; küßte man die Kälber. Bekannt ist die Sitte, den Stein der Kaaba zu küssen.