Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1934
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 52)
- Language
- German
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12 Anhöhen und Berge für ihre Opfer aus, in dem Gefühl, daß der Mensch so über das irdische Treiben hinausgehoben werde. (Rapp, die Religion und Sitte der Perser und übrigen Iranier nach den griechischen und römischen Quellen, ZDMG XX, 84.) Aber allerdings standen die Anhöhen im Mittelpunkt des hebr.-kanaan.. Kultwesens. Sie waren schon in der vorsalomonischen Zeit üblich (I. Sam. 9, 12), der Seher (חוה) der alten Zeit pflegte sich dort zum ,,Tagesopfer44( ובח היום) einzufinden (das.). Ein späterer Ueberarbeiter der historischen Texte kann sich die Sache nur so erklären, daß ,,noch kein Haus für Jhw’s Namen in diesen Tagen gebaut war44 (I. Kön. 3, 2). Daß der Kult dieser ״Höhen44 am israel.-kanaan. Festtag eine Rolle spielte, beweist die Tatsache, daß es regelrechte בתי במות gab, sowohl in Israel (I. Kön. 13, 32), wie in Juda (I. Kön. 11,7), wo sie Salomo für seine ausländischen Frauen baute (das.), wie — nach dem Volksglauben — bei den Samaritanern (II. Kön. 17, 29). Dort fungierten Priester (I. Kön. 12, 32; 13, 33; II. Kön. 23, 9; 20), und der Kult hatte sich so eingelebt, daß die Reformatoren unter den judäischen Königen (Asa, Josaphat und Joas. Siehe I. Kön. 15,14; 22, 44; II. Kön. 12,3; 14, 4) im allgemeinen machtlos waren. Nur unter Hisqia und Josia glückte, wenigstens zeitweise, die Reform (II. Kön. 18, 4;. 23, 8; 19). Der Kult war schließlich so verbreitet, daß man unter במות nicht mehr die Anhöhen selbst verstand, sondern die Tempel,, die in Städten vorkamen (I. Kön. 13, 23; II. Kön. 17, 9; Ez. 16, 24: רמה), sogar in Tälern (Jer. 7, 31; 32; 35), sogar eine Kultstätte im Tempel zu Jerusalem wird mit diesem Wort bezeichnet (II. Kön. 23, 7). Auf ihnen fand auch der widerwärtige Baalskult statt (Jer. 19, 5). Einzelne Bräuche dieses Kultes, der in Babylon1, Syrien2, 1 Bel, sum. In־lil, genannt: ״Herr der Länder“ (bei matäti), ״großer Berg“ (sadü rabü), hatte seinen Kultort in Nippur (Jeremias, ATAO, 28). Der babyl. Kult war mit Unzucht verbunden (Herod. I, 181; 182), desgl. in Karthago (Augustinus, de civitate dei, IV, 10), wo man den Gott mit. ausgestreckten Händen darstellte, um die zum Opfer bestimmten Kinder aufzunehmen (Diod. 20, 14). Nach Herodot I, 181, befand sich in dem obersten Tempel des Bel-Heiligtums zu Babylon ein Bett, ein goldener Tisch, aber kein Büdnis des Gottes. Aber in einem unteren Tempel sah man die sitzende Statue des Baal aus Gold, neben ihm einen goldenen Tisch, Stuhl und Schemel. Nach Diod. II, 9 war Baal stehend dargestellt. 2 Hadad und Eammän. Macrobius (Saturn. I 23, 12 f.) u. Lucian (de Syria dea § 31) nennen Hadad als Hauptgott von Heliopolis. Als ״Herr des Regens“ kommt auch der syrische Gott Marna in Gaza (Procop. Gaz Vol. IX) vor. Vergl. Westphal, 221.