Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1934
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 51)
- Language
- German
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11 Zak. 10, 10; etc.), desgl. die Wüstenwanderung (Jos. 5, 4; 5; 6; 24, 7; Hos. 9, 10; Am. 2, 10; 5, 25; Jer. 2, 2; 6; etc.). Während man aber annehmen darf, daß bereits zur Zeit der josianischen Reform diese Feste in vieler Hinsicht in der nach dem Exil allgemein gültigen Art gefeiert wurden, auch wenn in den prophetischen Büchern nichts davon erwähnt wird, und die Propheten an ihrer Durchsetzung beim Volke tätigen Anteil genommen haben, gilt dies nicht für andere geschichtliche Ereignisse, an die man sich wohl noch erinnern mochte, die man aber nicht feierte. So etwa die Überschreitung des Jordan zur Zeit Josuas (Jos. 3, 5 ff.), die Sitte, die Tochter Jiphtahs zu beweinen (Ri. 11, 40), das Zurückholen der Lade von den Philistern (I. Sam. 6, 14 ff.) und die Tempeleinweihung (I. Kön. 8, 1 ff.). Während nun das Fest der Tempelweihe, das etwa um die Zeit des Sukkotfestes gefeiert wurde, hinter diesem zurücktrat, und die Überschreitung des Jordans unter Josua an Bedeutung verlor gegenüber dem Wunder des Durchzuges durch das Schilfmeer unter Moses, das am Pesah gefeiert wurde, scheinen die Gründe für die Nichtfeier von Ereignissen wie der Opfertod der Tochter Jiphtahs und die Rettung der Lade, andere zu sein. Diese Geschehnisse erinnerten wohl zu sehr an Kultbräuche, die übernommen waren, und die die Propheten ablehnten. Wie man Jiphtahs Tochter beweinte, so beweinte man den Tammuz (Ez. 8, 14), und die ,,Lade Jhw’s der Heerscharen, der über den Kerübim thront“ (I. Sam. 4, 4; vergl. II. Sam. 6, 2), die für den Chronisten eine מרכבה ist (I. Chr. 28, 18), mochte zu sehr an die Götterprozessionen der baby- Ionischen (Landsberger, der kultische Kal. der Babyl. und Assyrer, 47) und ägyptischen Götter (Benzinger, Hebr. Archäol., 313) erinnern. Denn der Volksfesttag während der Periode der Propheten war nicht denkbar ohne die Ausübung von Kulthandlungen, deren Stätte die, vor der Reform des Josia, und teilweise noch später, überall im Lande bestehenden ,,Anhöhen“ (במרת) waren. Diese Art der Gottesverehrung drückt der ganzen altisraelitischkanaanäischen Kultur ihren Stempel auf. Vielleicht wollte man auf diese Weise dem Machtbereich der Götter näher kommen1. Wenn aber die Diener des Königs von Aram glaubten, daß die Götter Israels Berggötter seien (I. Kön. 20, 23), so war das einseitig gesehen. Die Moabiter klagten in ihrem Unglück auf den Höhen“ (Jes. 15, 2), und auch die Perser wählten sich besondere 1 Siehe Marti, Geschichte der isr. Religion, 114; Westphal, Jhw’s Wohnstätten nach den Anschauungen der alten Hebräer, 220.