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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1934-01-01 · 1934 · page 49

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1934
Date
1934-01-01
Page
– (sequence 49)
Language
German
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9 nichts mehr davon erwähnen1. Im übrigen besaß man einen ganzen Festescyclus (Jes. 29,1), zu dem auch das חג הבכורים gehörte (Dt. 26, 1 ff.). Die Riten und Kulte aber, die den überlieferten wie den übernommenen Festtagen ihr Gepräge während der Zeit des jüdischen Prophetismus gaben, haben wir uns als ein Gemisch von Götterverehrung und Kulten vorzustellen, wie sie bei den kanaanäischen Völkern auch sonst heimiscli waren. Der Kampf der Propheten galt diesen Kulten, weil ״das Land durch sie verunreinigt wurde“ (Jer. 2, 7; 3, 9; Ez. 26, 17). Die Nachrichten über diese Kulte finden sich zerstreut in allen pro• phetischen und historischen Büchern des A. T. vor. Zur Schilderung dieser Götterverehrung, ohne die der Festtag der alten Zeit nicht gedacht werden kann, müssen alle erhaltenen Nach• richten herangezogen werden, um uns, wenn auch in gedrängter Form, ein Bild von dem religiösen Leben des jüdischen Volkes zur Zeit der Propheten zu geben. Es ist dabei nicht von Wichtigkeit״ ob der eine oder andere Kult, etwa im Zeitalter des Arnos, in Israel noch nicht oder nicht mehr beobachtet wurde. Die Reiche Israel und Juda hatten, nach dem Zeugnis vieler Stellen des A.T.,die kanaanäischen Götter übernommen, undder schwere Kampf der Propheten zeigt, wie tief das kulturelle Leben der Umwelt Israel 1-nd Juda beeinflußt haben2. Als man die alten Chroniken im Sinne einer einheitlichen Gottesvorstellung überarbeitete, war die Erinnerung an diese Kulte und Riten noch sehr lebendig (vergl. etwa Ez. 8, 1 f.), und in der Darstellung wird von den Über• arbeitern ein wesentlicher Unterschied zwischen den beiden Reichen nicht gemacht. Harmlos waren zunächst die Belustigungen beim Volksfeste. Die Musik begleitete die gesellige (Jes. 5, 12; 24, 8; Am. 6, 5) und die öffentliche Freude (I. Kön. 1, 40; II. Chr. 20, 28), die Frauen übten sie zumeist aus (Ri. 11, 34; I. Sam. 18, 6). Belieb* waren die Weingelage beim Gastschmaus (I. Sam. 25, 36; II. Sam. 11, 13) und überhaupt Gesang und Tanz beim Mahl. (Am. 6, 4; Jes. 5, 11.) Die Trinker bekränzten sich mit Blumen (Jes. 28, 1), der Besuch von Gästen (II. Sam. 3, 20; Tob. 7, 8), die das beste Stück vorgelegt bekamen (I. Sam. 9, 24), wurde gefeiert. Sänger und Sängerinnen waren bei Hoffesten beliebt (II. Sam. 1 Siehe Heinemann, Philos. griech. u. jüd. Bildung. 1932, 118, Anm. 2. 2 Selbst die Vorstellung von Jhw in dieser Zeit zeigt solche Spuren (Westphal, JHW’s Wohnstätten nach den Anschauungen der alten Hebräer, 1908, 84).

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