Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1934
- Date
- 1934-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2720904-2721059--007-2727458- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
9 übermittelte der Berliner Schwesteranstalt namens des Kuratoriums wie des Dozentenkollegiums den Ausdruck inniger Anteilnahme. Einen unersetzlichen Verlust brachte der jüdischen Gemeinschaft das plötzliche Ableben des Herrn Direktor Oscar Wassermann, Berlin. Auf allen Gebieten des jüdischen öffentlichen Lebens in und außerhalb Deutschlands, insbesondere in großzügiger Pflege jüdischer Wissenschaft, war das segensreiche Wirken dieser zielbewußten, mit der Tradition wie mit den Idealen des Judentums aufs engste verbundenen Personlichkeit von weittragender Bedeutung. Das Jüdisch-theologische Seminar verlor in ihm einen tatkräftigen Freund und Förderer. Sein Andenken sei zum Segen! Kurz nach dem vollendeten 85. Lebensjahre verschied in Johannisbad Herr Lippmann Bloch. Der Unterzeichnete erfüllte die schmerzliche Pflicht, diesem hochverdienten Breslauer Philanthropen, dem treuen Freunde unseres Seminars, im Auftrage des Kuratoriums und des Dozentenkollegiums die letzte Ehre zu erweisen. Bei der Beisetzung des unvergeßlichen Mannes, die am 29. Juni 1934 in Trautenau stattfand, gab der Unterzeichnete dem Schmerz über diesen Verlust tiefempfundenen Ausdruck und gedachte der liebenswürdigen Züge seines bescheidenen, weltoffenen Wesens, seiner väterlichen Fürsorge für die Armen, seiner innigen Liebe und seines Verständnisses für die Bedeutung jüdischer Wissenschaft. Das Seminar wird dem Heimgegangenen, dem es anläßlich seines 80. Geburtstages den *1m1D~Titel verliehen hatte, ein ehrenvolles Andenken bewahren. Im Kreise des Seminars haben wir zu unserem tiefsten Schmerze den frühen Heimgang zweier ehemaligen Hörer zu beklagen. Im Februar 1934 starb Herr Rabbiner Dr. Alfred L e v y, der, zuerst in Nordhausen, dann in Bonn, ein in religiöser, kultureller und charitativer Hinsicht äußerst wertvolles Wirken entfaltet und sich in seinen Gemeinden wie bei seinem weiten Freundeskreise hoher Wertschätzung erfreut hat. Im Juli 1934 wurde Herr Rabbiner Dr. Artur Victor der Gemeinde Hindenburg O/S entrissen, der er dank seiner von inniger Frömmigkeit getragenen Hingabe an seinen Beruf als begeisterter Lehrer der Jugend wie als teilnehmender Freund und Berater der Erwachsenen unvergeßliche Dienste geleistet hat. Wir drückten den Familien wie den Gemeinden der Heimgegangenen unsere innige Anteilnahme aus.