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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1933-01-01 · 1933 · page 71

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1933
Date
1933-01-01
Page
– (sequence 71)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721061--70-2727446
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59 richtsgebieten vorläufig abschließen. Als solche Vorschule denkt sich Kirschensteiner ein naturwissenschaftliches auf sechs Jahre ausgedehntes Progymnasium. (Kerschensteiner: Grundfragen der Schulorganisation: Lehrerbildung.) Grade der Erzieher aber bedarf nicht allein des theoretischen Wissens, sondern der für seinen Beruf unentbehrlichen Eigenschäften der Persönli chkei t, die sich in Liebe und Feinfühligkeit der Erziehung jugendlicher Menschen widmet. Diese irrationalen Grundlagen der Persönlichkeit sind hier entscheidend. Selbstverständlich ist, daß der Lehrer sein Unterrichtsgebiet nicht allein beherrscht, sondern selbst ganz von den wissenschaftlichen, moralischen, sozialen, politischen, ästhetischen, religiösen Werten erfüllt ist, in die er die Schüler einführen soll. Besonders aber ist eine solche Aufwühlbarkeit des Gemütes Voraussetzung für den Lehrer der Geisteswissenschaften, der Kunst, der Religion. Sie müssen Menschen des Gefühlstypus sein, Menschen, die in der Tiefe ihres Herzens aufgewühlt werden, wenn sie ihr Amt ausüben, ihre Schüler in das Reich der Werte einzuführen. (Kerschensteiner: Die Seele des Erziehers und das Problem der Lehrerbildung.) Ist aber die soziale Natur, der Persönlichkeitswert des Lehrers das für seinen Beruf Entscheidende, so darf die pädagogische Bildungsanstalt am allerwenigsten eine bloße Unterrichtsanstalt sein. Sie muß eine Lebens- und Arbeitsgemeinschaft sein, in welcher der werdende Lehrer zum Bewußtsein zeitloser Werte kommen und seine Befähigung zur Erziehung werdender Personlichkeiten erproben kann. Dieses Gemeinschaftsleben muß von wahrhaft sozialem und religiösem Geist durchdrungen sein. Es kommt aber niemand zu seinem Persönlichkeitswert anders als durch die gemeinsamen Werte der Nation. So wird ein Nationallismus gepflegt werden müssen, der nicht macht- und ruhmgierig ist, wohl aber die Volksgenossen auf die sittliche Mission der Nation an sich selbst hinweist. Während nun in bezug auf die soziale, religiöse und nationale Seite der Bildung des Lehrerstandes eine gleichartige Organisation verlangt werden muß, liegen die Verhältnisse bei der theoretischen, ästhetischen und *technischen Ausbildung verschieden. Der Volks- Schullehrer muß vielerlei Wissen und mancherlei Können auf geistigem, ästhetischem und technischen Gebiet besitzen, während der Lehrer der höheren ׳Schulen sich in ein einziges Külturgebiet mit seiner ganzen Seele vertiefen kann. Gäbe es Arbeits- und

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