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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1933-01-01 · 1933 · page 61

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1933
Date
1933-01-01
Page
– (sequence 61)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721061--60-2727436
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49 religiösen Kultur, wie des Religionsunterrichts. Natorphält die Religion der Transzendenz durch die kritische Einsicht in die Bewußtseinsbedingtheit der Gegenstände für widerlegt und fordert darum Umbildung der Religion in die Religion innerhalb der Grenzen der Humanität. So wenig aber die Wirklichkeit mit dem Begriffssystem der Wissenschaft identifiziert werden darf, so wenig die sittlichen Werte durch den formalen Einheitswillen der Vernunft geschaffen werden, ist das religiöse Bewußtsein Bewußtsein von der Unendlichkeit des menschlichen Gefühls. Nicht die Idee der Menschheit, sondern Gott ist der Gegenstand aller lebendigen Religion. Die Religionspsychologie der Gegenwart hat zu einer vertieften Erkenntnis der Selbständigkeit und der irrationalen Bestimmtheit des religiösen Bewußtseins geführt. Demzufolge kann auch der Religionsunterricht nicht die Aufgabe haben, der Auflösung der Religion in Humanität zu dienen, sondern vielmehr durch das nachfühlende Verstehen der religiösen Persönlichkeiten zu persönlicher Frömmigkeit und zum religiösen Gemeinschaftsleben hinzuführen. Daß ein solcher Religionsunterricht konfessionell bestimmt sein muß, wenn er die Kraft des religiösen Gemeinschaftslebens zum Träger der persönliehen Frömmigkeit machen soll, ist bereits oben hervorgehoben und der Lehrplan des jüdischen Religionsunterrichts skizziert worden. 5. Kerschensteiner: Die Arbeitsschule. Sind Herbart und Natorp von der Philosophie zur Pädagogik gekommen, als dem Gebiet der angewandten Psychologie und Ethik, so ist Kerschensteiner der Pädagoge, der im praktischen Schuldienst, insbesondere als Leiter des Münchner Schulwesens die Einsichten und Überzeugungen gewann, die ihn zum Reformator der Pädagogik der Gegenwart machten. Darum wollen wir bei der Darstellung der Pädagogik Kerschensteiners auch nicht gleichsam von einem abgeschlossenen System ausgehen, sondern die lebendige Entwicklung seiner pädagogischen Anschauungen, die gleichwohl eine innere Einheit haben, zur Anschauung zu bringen suchen. Zwei Einsichten sind es, die bereits zu Beginn seiner Münchner Neugestaltung des gewerblichen Schulwesens die Arbeit Kerschensteiner leiten: einmal die Einsicht, daß eine Fortbildungsschule, die nicht an die konkreten Bedürfnisse der einzelnen gewerblichen Berufe anknüpft, sondern nur als allgemeine Fortbildungsschule die für alle Berufe nötigen Allgemeinkenntnisse

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