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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1933-01-01 · 1933 · page 52

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1933
Date
1933-01-01
Page
– (sequence 52)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721061--51-2727427
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40 Gemeinschaft mit Erwachsenen und der innigen Atmosphäre des Hauses. Insbesondere ist die Bildung zur Arbeit, wie sie von Pestalozzi verstanden und von Fröbel ausgebaut wurde, in dem Zwange zur Wahrhaftigkeit, in der Erziehung des reinen Sachensinnes, zumal in der Gemeinschaft der häuslichen Arbeit die allerwesentlichste Grundlage zur Erziehung des Willens. So umfaßt die häusliche Erziehung das Gebiet der Reinheit oder der sittlichen Regelung des Trieblebens in Arbeit und Genuß, die fortschreitende Übung der Sinnes- und Muskeltätigkeit, das Sprechenlemen, die Betätigung der Kraft zuerst im Spiel, dann in mehr und mehr zweckbewußter Arbeit, die Stärkung und Vertiefung der gemütlichen und willentlichen Teilnahme am Leben der häuslichen Gemeinschaft. (Natorp: ebda., S. 193 ff., 245 ff.) Auf der Stufe der Schulerziehung liegt das Zentrum in der Willensregelung. Darum ist es weniger das Stoffliche, was die zweite Stufe von der ersten scheidet als das Formale, daß das Tun mehr und mehr Willenssache wird. Die eigene formende Tätigkeit tritt in den Vordergrund des Bewußtseins. Man strebt instinktiv dazu, sich in der vielseitigen Sinnes- und Muskelübung durch planmäßige Steigerung der Kräfte zum ernsten Kampf des Lebens zu rüsten. Im Intellektuellen tritt anstelle des interessierten Schauens oder gläubigen Hinnehmens das bewußt vorwärts strebende Lernen. Die straffere Disziplin des Denkens ward gesucht; man will Wahrheit. Zunächst die Wahrheit der Tatsache, dann die des Gesetzes. Man ist Prosaiker, Mathematiker, Physiker, Geograph, Grammatiker oder tatsachenfester Geschichtsfreund. Aber doch macht sich auch die Phantasie geltend, indem man auf der Insel Robinsons oder auf den Kriegspfaden der Rothäute weilt. Aber auch das Spiel wird zur ,willkommenen Übung der Kraft. Der Wetteifer hat auf dieser Stufe seinen natürlichen Platz, muß aber seine Grenze finden an dem Sinn für Recht und Gesetz. Die straffe Organisation der Schule ist deshalb für diese Stufe eine Notwendigkeit und durch nichts anderes zu ersetzen. Regel und Ordnung soll gewiß auch in der häuslichen Erziehung walten. Aber etwas völlig Neues ist demgegenüber die bewußte und willentliche Fügung in eine nicht selbstverständliche Ordnung. Und diese beschränkt sich nicht auf die äußere Haltung und Zucht, sie erstreckt sich ebenso auf Gedanken und Gedankenausdruck des Schülers. Und zwar fällt das Hauptgewicht sachgemäß auf die Seite der Intellektbildung d. h. die zentrale Aufgabe der Schule ist der Unterricht. Auch was sie zur Erziehung beiträgt,

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