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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1933-01-01 · 1933 · page 37

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1933
Date
1933-01-01
Page
– (sequence 37)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721061--36-2727412
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25 genetische Richtung der Bildungselemente, durch welche die konzentrierende Tendenz eingeschlossen ist. Grundsätzlich aber will der kulturgeschichtliche Aufbau des Unterrichts nicht eine Isolierung von der Kultur der Gegenwart durch Versenkung in Kulturstufen der Vergangenheit, sondern durch Rekapitulation der charakteristischen Stufen der Menschheitsentwicklung zu tieferem Verständnis der Gegenwart führen. (Rein: ebenda, S. 478.) Im Gegensatz zu diesem historisch-genetischen Gang des Unterrichts wird insbesondere von Dörpfeld (Über den didaktischen Materialismus. Gütersloh, II. Aufl. 1866.) das Prinzip der konzentrischen Kreise vertreten, welches anstatt des kontinuierlichen, chronologischen Ganges verlangt, daß der gesamte Lehrstoff innerhalb der Schulzeit mehrfach durchlaufen wird, in der Volksschule gewöhnlich dreimal (Unter-, Mittel-, Oberstufe), in den höheren Schulen wenigstens zweimal. Bei jeder Wiederkehr wird der zuerst gebotene Stoff erweitert. Hierdurch soll erreicht werden, daß die kindliche Apperzeptionskraft genügend berücksichtigt und dem Schüler zuerst die leichteren, dann die schwereren Stoffe aus jeder Epoche geboten werden, während die Anordnung nach kulturhistorischen Stufen in bunter Reihe bald leichte, bald schwere Stoffe bringe. Auch werde dadurch vermieden, daß die z. B. im Religionsunterrieht bedeutsame klassische, dem Altertum angehörige Zeit der biblischen Erzählungen nur auf der Unterstufe behandelt und auf der Oberstufe höchstens gelegentlich erwähnt werde. Entsprechend dem sittlichen Zweck des Unterrichts bildet der Religionsunterricht das wichtigste Hauptstück. Gewiß muß die Religion Herzenssache des Einzelnen sein, wenn sie überhaupt Bedeutung für das persönliche Leben haben soll. Doch ist sie zugleich eine soziale Angelegenheit, insofern sie Gemeinschaft-bildend wirkt und zu den vornehmsten Kulturgütern gehört, zu deren Verständnis und Pflege die Jugend notwendig erzogen werden muß. Deshalb muß aber auch die Schule die Freiheit besitzen, den Religionsunterricht psychologisch einzurichten, um der Ent- Wicklung des religiösen Interesses zu dienen. Auch ist nicht der konfessionelle Unterricht in die Schule zu tragen, sondern durch Hineinstellung eines allgemeinen christlichen Religionsunterrichts auf geschichtlicher Grundlage mit Ausschluß des Katechismus in die Mitte des Lehrplanes die Jugend in der religiösen Uberzeugung die Grundlage wirklicher Gemütskultur gewinnen zu lassen. (Rein ebda., S. 285.)

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