Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1933
- Date
- 1933-01-01
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
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20 sind nicht Gegensätze, wenn der Nationalismus sich dessen bewußt bleibt, daß in aller geschichtlichen Verschiedenheit der Völker die gleiche zum Ebenbild Gottes bestimmte Menschennatur um ihre Entfaltung und Erhebung zum göttlichen Urbild ringt. Die innige Verbundenheit, in der die jüdische Geschichte die Geschichte des Volkes und seiner Führung durch Gott ist, ermöglicht und erfordert die innige Durchdringung der nationalen und der religiös-sittlichen Erziehung. Aber grade die Erkenntnis der jüdischen Geschichte, die das jüdische Volk zu den Völkern der Welt und zur Teilnahme an ihrem kulturellen Leben führte, wird auch den jüdischen Nationalismus nicht nur vor einem inhumanen Chauvinismus bewahren, sondern zur Liebe der nicht jüdischen Umwelt, die unsere Heimat geworden ist, leiten. Der jüdische Geschichtsunterricht wird daher im Zentrum der jüdischen Elementarschule stehen, mit dem Religionsunterrieht eine seelische Einheit bilden, andererseits der Sprach-, Geschichts- und naturkundliche Unterricht zur innigen Liebe des Bodens, der Geschichte, der Kultur der Heimat führen. Dies bedeutet keinen künstlichen Kompromiß der Erziehung, so gewiß die Erziehung zum Menschen nicht den geschichtlichen Ursprung aller Menschlichkeit in Volk und Heimat übersehen darf. Diese Konkretisierung der Erziehung erst führt den Menschen zur sicheren Verwurzelung in der Gemeinschaft, der er angehört. Die unvergängliche Leistung Pestalozzis für die Begründung der Methode der Elementarbildung als der harmonischen Entfaltung der inneren Kräfte der Menschennatur wird von der jüdischen Elementarschule voll zu wahren sein. Diese Idee der Elementarbildung ist für die jüdische Erziehung von um so größerer Bedeutung, als die politische und wirtschaftliche Lage des deutsehen Judentums eine Senkung der beruflichen Zielsetzung für unsere Jugend erfordert. Je größer der Anteil der jüdischen Jugend sein wird, der in der Volksschule den wesentlichen Teil seiner Bildung erhält, um so bedeutungsvoller wird die Organisation der jüdischen Volksschule sein. Zu den Normalfächern einer jüdischen Volksschule, die sie mit der allgemeinen Volksschule gemeinsam hat, werden aber außer der Pflege der jüdischen Religion, jüdischer Geschichte, hebräischer Sprache auch ein bis zwei neuere Fremdsprachen treten müssen, deren Kenntnis für die jüdische Jugend eine Lebensnotwendigkeit geworden ist. Die Methode dieses Sprachunterrichtes, wie auch die Fortschritte