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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1933-01-01 · 1933 · page 29

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1933
Date
1933-01-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721061--28-2727404
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17 Gesetzes von der Wiege an tief in die Brust des Kindes zu prägen. An dieses erste Gesetz innerer Veredlung kettet sich dann ein zweites, mit dem das erste innig verwoben ist, nämlich: daß der Mensch nicht um seiner selbst willen in der Welt sei, daß er sich selbst nur durch die Vollendung seiner Brüder vollende. Meine Methode scheint ganz geeignet, die Vereinigung dieser zwei hohen Gesetze den Kindern zur anderen Natur zu machen, fast ehe sie noch wissen, was links und was rechts ist. Das Kind meiner Methode kann kaum reden, so ist es schon Lehrerseiner Geschwister, schon Gehilfe seiner Mutter. Was sind Worte, wenn sie eine Gewißheit ausdrücken sollen, die aus dem Herzen quillt? Es gibt keine Erkenntnis Gottes aus bloßem Wissen, der wahre Gott lebt nur dem Glauben, dem kinaliehen Glauben: Was kein Verstand der Verständigen sieht, das schaut in Einfalt ein kindlich Gemüt! Woher also die Überzeugung des Guten von Gott? — Nicht vom Verstände, sondern von jenem unerklärlichen, in keine Worte, ja in keinen Begriff zu fassenden Triebe, sein Dasein in dem höheren, unvergänglichen Sein des Ganzen zu verklären und zu verewigen. Nicht mir, sondern den Brüdern! Nicht der eigenen Ichheit, sondern dem Geschlechte! Dies ist der unbedingte Aus- Spruch der göttlichen Stimme im Inneren, in deren Annehmen und Befolgen liegt der einzige Adel der menschlichen Natur.׳' (Pestalozzi: Wie Gertrud ihre Kinder lehrt, 14. Brief.) Gottesliebe, Weltliebe, Menschenliebe sind in der Pädagogik Pestalozzis innigst und innerlichst mit einander verbunden. Wie in der Aufklärung Liebe zur Schönheit und Vollkommenheit der Welt sich mit der Gottesliebe vereinigen, Gotteserkenntnis und Naturerkenntnis eine Einheit erlangen, ist für Pestalozzi der Mensch der Mikrokosmos, der die Vollkommenheit der Gottesweit in seiner Persönlichkeit widerstrahlen soll. ״Daß das Wesen des Menschen in Gott gegebenen Kräften besteht, daß der Mensch dazu auf der Welt ist, um die Gott gegebenen Kräfte seines Wesens zu üben, zu entfalten, zu vervollkommnen, daß er diese Aufgabe selber in die Hand nehmen, selber auf seine Veredlung und Vervollkommnung hinarbeiten soll auf dem Weg der Ajrbeit und der Tugend, und daß in dieser Vervollkommnungsmöglichkeit und -Wirklichkeit das Göttliche der Menschennatur als produktive unzerstörbare Kraft zum Vorschein kommt, das dürften ungefähr die Grundgedanken des späteren Pestalozzi sein, und sie alle stammen von L e i b n i z . . . Es ist der tiefe Gedanke des deutschen Idealismus, den Pestalozzi hier von Leibniz über-

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