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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1933-01-01 · 1933 · page 23

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1933
Date
1933-01-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721061--22-2727398
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11 mittel, die im häuslichen Leben schon da sind, zu stärken, zu vervollkommnen, neue zu ihnen hinzuzufügen und diese neuen mit denen, die schon vorher da waren, in innigste Vereinigung zu bringen. Der Geist der Erziehung muß in jedem Augenblick der gleiche sein, und da der Geist des Unterrichtes mit dem Geist der Erziehung ein und derselbe sein soll, so muß auch der Geist des Unterrichtes in jedem Fache des Unterrichtes der gleiche sein. Und so in der Spielstunde, wie in der Schulstunde. Gibst du dem Kinde in der Schulstunde im ganzen Leben seines Seins und Wesens Nahrung, wie du ihm in der Spielstunde im ganzen Leben seines Seins und Wesens Nahrung gibst, so ist dein Kind in deiner Schul• stunde belebt, wie in deiner Spielstunde. Das Kind der guten Mutter lebt in jeder Stunde des Tages in gleichem Geist; es lebt in der Arbeitsstunde wie in der Spielstunde sein ganzes befriedigtes Leben. Und Erzieher, soll es in deiner Unterrichtsstunde sein Leben nur halb leben? Wirf, Erzieher, den Irrtum weg! Du kannst, du sollst sein Herz und seinen Geist in jedem Augenblick deines Unterrichtes wahrhaft und höher beleben, als selbst in der Spielstunde. Aber freilich ist auch wahr: Wenn du selber nicht in der einfachen, graden Form des menschlichen Erkennens lebst, wenn du nicht im stände bist, das Kind in seiner Schulstunde mit deiner Lehre in seinem ganzen Wesen zu ergreifen und höher zu beleben, als du es selber in seiner Spielstunde belebtest, wenn du im Gegenteil für diese Stunde die schwache kindliche Seele mit dem Höcker beladest, den du selber trägst, so ist dann freilich auch natürlich, daß in deiner Schulstunde bei deinem Kind ein ganz anderer Geist herrschen muß, als in der Spielstunde. Du müßtest die nach ihrer Entfaltung hungernde Seele des Kindes speisen und nähren, wie es seine eigene Natur fordert, und nicht wie die Launen böser Eigenheiten oder Verirrungen dich verleiten. (Pestalozzi: Ansichten und Erfahrungen die Idee der Elementarbildung betreffend.) Die naturgemäße Erziehung vereinigt die Segenskräfte unserer Natur untereinander und wirkt gleichmäßig auf die Kräfte der Menschennatur, die unserem Fühlen, Denken und Handeln zu gründe liegen. So wie es unwidersprechlich ist, daß sie nicht aus Lieblosigkeit und Unglauben hervorgeht, so ist ebenso gewiß, daß die naturgemäße Erziehung nicht aus Gedankenlosigkeit, Dummheit und Geisteslehre entspringt. Die Welt liegt uns als ein ineinander fließendes Meer verwirrter Anschauungen vor Augen; die Sache des Unterrichtes ist

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