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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1933-01-01 · 1933 · page 21

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1933
Date
1933-01-01
Page
– (sequence 21)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721061--20-2727396
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9 Vertrauen und zu aller inneren und äußeren Tätigkeit, zu der die durch diesen Reiz geweckte Anlagen unserer Natur uns zu erheben vermögen. Darum muß das häusliche Leben als das einzige von Gott selbst gegebene äußere Fundament der wahren menschlichen Bildung angesehen werden. Freilich setzt eine solche Bildung der Menschennatur durch den Einfluß des häuslichen Lebens Eltern voraus, denen die Welt nichts ist gegen ihr Kind, und die dieses über alles Übrige zu erheben imstande sind. Die Welt, wie sie wirklich ist, liegt schwer in ihrer Sinnlichkeit und Selbstsucht auf dem Menschen und hemmt das innere göttliehe Wesen seiner Natur und sein Leben in Wahrheit und Liebe. Auch der Vater und die Mutter sind Genossen dieser Welt. Es ist auch in ihnen allenthalben so viel Geist und Herz verwirrender, Liebe tötender, Kraft erstickender und Gefühl entheiligender Widerspruch gegen das höhere Wesen, auf welchem die Erreichung des hohen Zwecks der Bildung des Kindes ruht, daß man sich über die immer steigende Entfernung des lebenden Geschlechts von der Bahn, die zu diesem Ziele führt, nicht verwundern darf; wohl aber darüber, daß es der Macht dieser Umstände nicht ganz unterlegen, sondern das Streben nach innerer Erhebung in sich selber erhalten hat und Liebe und Tätigkeit in der Liebe als das einzige Mittel seiner Erhebung anerkennt. Dieses Streben und diese Anerkennung wird nie aufhören, es sei denn die Natur müßte sich selbst in uns verlieren. Die Wahrheit, die vom Vatersinn und von Muttertreue ausgeht, geht von Gottes heiligem Geiste aus und besiegt die Welt. Die Wohnstube des Volkes — nicht die Wohnstube des Gesindels, das Gesindel hat keine Wohnstube — ist gleichsam der Mittelpunkt, in dem sich alles Göttliche, das in den Bildungskräften der Menschennatur liegt, vereinigt. Um der Volkserziehung als Nationalangelegenheit im allgemeinen aufzuhelfen, ist vor allem notwendig, daß das Selbstbewußtsein der Eltern, daß sie etwas, daß sie viel, daß sie alles für die Erziehung ihrer Kinder tun können, in ihnen wieder belebt werde. Die Väter und Mütter der Zeit müssen vor allem wieder dahin gebracht werden, es lebendig in sich selbst zu fühlen, wie erhaben sie wegen der Erziehung ihrer Kinder über allen denen stehen, die als Lehrer und Gehilfen einer Sache, die von Gottes und ihres Gewissens wegen die Sache der Eltern ist, ihnen an die Hand gehen. Wo keine Wahrheit, keine Kraft und kein Segen in der Wohnstube des Volkes ist, da ist keine Wahrheit, keine Kraft und kein Segen in der Volkskultur, da ist keine wirkliche

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