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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1933-01-01 · 1933 · page 18

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1933
Date
1933-01-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721061--17-2727393
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6 jüdischen Welt und seiner Umwelt im Laufe der Jahrtausende jüdischer Geschichte auch nur zu skizzieren. Grundsätzlich sei ausgesprochen, daß die Kulturoffenheit des jüdischen Volkes sich ebenso sehr in der kulturellen Weite des Unterrichtsgebietes bei hierfür günstigen Bedingungen, wie in der Intensität zeigt, mit der unabhängig von der materiellen Lage der Volksschichten Bildung in noch so trüben Zeiten jüdischer Geschichte aufs höchste geschätzt wurde. Bei aller willigen, ernsten Aufnahme auch der außerjüdischen Geisteskultur aber war das Zentrum jüdischer Erziehung Erziehung zur bewußten und auf Erkenntnis beruhenden Teilnahme an der jüdisch-religiösen Geisteskultur. Das Ziel der jüdischen Erziehung war in allen Phasen jüdischer Geschichte bis zur Emanzipation Erziehung zur Anerkennung und Aneignung der religiösen Güter der jüdischen Gemeinschaft und Eingliederung des Individuums in die jüdisch-religiöse Volksgemeinschaft. Der tiefe Bruch, den die Emanzipation in die Kontinuität des jüdischen Volkslebens gebracht hat, zeigt sich auch in dem jüdischen Erziehungswesens der Neuzeit. Die unter dem Einfluß Mendelssohns gegründeten jüdischen Schulen des ausgehenden 18. Jahrhunderts hatten vor allem die Aufgabe, die jüdische Jugend aus dem Ghetto herauszuführen und ihnen die Teilnahme am europäischen Geistesleben zu ermöglichen. Entsprechend der hohen Schätzung der Kultur der Umwelt stand die Einführung in diese im Mittelpunkt des Unterrichts und wurden die jüdischen Fächer, selbst der jüdische Religionsunterricht in eine Randstellung gerückt. Bestenfalls sollte der Religionsunterricht die Überein- Stimmung des Judentums mit den Ideen der Aufklärung erweisen. Erst als die Schäden dieser Assimilationsbewegung deutlich hervortraten, gelang es der Wissenschaft des Judentums eine Erkenntnis des Eigengehalts des Judentums, seiner Geschichte, seines Geistesgutes zu begründen, die in den Mittelpunkt eines neuzeitlichen jüdischen Unterrichtswesens gestellt werden konnte. Aber zu stark war der Drang nach kultureller und politischer Verschmelzung mit der Umwelt, als daß in den westeuropäischen Ländern ein selbständiges jüdisches Unterrichtswesen entstanden wäre, das für weitere Kreise eine jüdisch-kulturelle Erziehung zum Ziele gehabt hätte. Allein der Religionsunterricht erhielt jüdisch-geschichtliches Gepräge. Die Erneuerung des jüdischen Volksbewußtseins durch den Zionismus, die Neubegründung eines jüdisch-nationalen Lebens n Palästina, die Anerkennung der Juden als nationale Minder- ו

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