Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1932
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 87)
- Language
- German
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Wie der Dichter Bedaresi sagt: ״Ein eigentümliche? wunderbares Wissen: Es läßt die Möglichkeit des Gewußten zu327“. d) Eschat ologisches und Messianisches. Der Tod ist etwas von der Natur Bedingtes. Adam hätte, auch wenn er von der Frucht der Erkenntnis nicht gegessen hätte, auf jeden Fall sterben müssen, da es ein Axiom ist, daß alles Seiende vergänglich ist und am Ende in seine Elemente aufgelöst wird. Im Ausspruch Gen 217 ist ein zufälliger Tod gemeint. Denn vor dem natürlichen Tode gibt es kein Entrinnen328. Der Tod eines jeden Menschen — sagt RDbS an einer anderen Stelle — ist die Folge eines Vergehens. Selbst die Gerechten sind nicht frei von Sünden329. Es gibt Gebote, deren Erfüllung dem Menschen Leben für ein Jahr sichern (auch wenn über ihn der Tod verhängt war) und es gibt Sünden, die den Tod innerhalb des Jahres bringen (selbst wenn ihm Leben bestimmt war330). Auch der Tod ist Gegenstand der Willensfreiheit, insofern als der Mensch sich freiwillig das Leben nehmen oder durch Begebung in eine Gefahr sich den Tod zuziehen kann331. Diese Ansicht des RDbS war auch für seine religiöse Praxis maß־ gebend: Eine Frau, deren zwei Gatten hintereinander an der Pest starben,' gilt nicht als קטלנית. Sie darf daher einen Dritten heiraten. Denn der Tod der beiden Männer ist nicht dem Schicksal zuzuschreiben, weil sie sich selbst der Gefahr aussetzten dadurch, daß sie im Orte der Pest blieben. Ein Beweis dafür ist der Umstand, daß ledige Männer mehr als verheiratete sterben332. RDbS meint, daß der Leichnam gegen äußere Reize unempfindlich ist, dagegen die Stiche der Würmer spürt, weil diese ja zur Bestrafung des Körpers geschaffen sind. Dies gehört zu den Wundem der göttlichen Vorsehung333. 327 N. 1063: וכן כתב המשורר בדרש״י ידיעה סגוליית נפלאה משארת מבע אפשרותם. Die Stelle findet sich in בחיבת עולם ed. Ferrara 1552 S. 84a. Vgl. noch Migdal David S. 21a und Magen David S. 39b. — Über den Propheten Jona vgl. N. 842 und Mez. David N. 9, über Elia vgl. N. 2294. — Zur Prophetie vgl. noch 1615, Mez. David N. 45 S. 6c f., Magen David S. 42b. Über רווו הקדש vgl. Mag. David S. 51b. 328 N. 256. Vgl. auch Nachmanides und Abravanel z. St. 329 N. 824: ואעפ״י שהצדיקים אץ להם עץ מ׳-מ מחטא א״א לינצל* 330 N. 2263. 331 N. 1063. 332 N. 682. Doch bemerkt RDbS: ומ״מ מודה אבי שאם מתו שלשתם במנפה דוזזקה גדולה היא ולא תבשא לרביעי♦ 333 N. 484.