Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1932
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 85)
- Language
- German
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52 es sich um solche handelt, die zu Ehren eines Brautpaares verfaßt wurden, dürfen nicht im Achtzehngebet gesagt werden®1®. Nicht nur über die religiöse Dichtung seiner Zeit klagt RDbS, sondern er äußert sich auch abfällig über manche (Wander-?) Prediger317, die die Worte der Bibel verdrehen und Erklärungen hineinlegen, die dem wahren Sinn zuwiderlaufen. Auch über zwei Autoren, den Autor des Werkes אמונה und R. Aharon ibn Rabbi, fällt er ein abfälliges Urteil318. Ein Prediger wurde von RDbS sogar mit dem Banne bedroht319. c) Prophetie und Willensfreiheit, An einigen Stellen in seinen Gutachten äußert sich RDbS über die Prophetie. 1. Warum sind die Prophezeiungen der Propheten verschieden: manchmal geschehen sie in der Form von Parabeln oder Rätseln, manchmal ohne diese? Ja, auch bei einem und demselben Propheten läßt sich diese Verschiedenheit nachweisen. RDbS zitiert die Ansicht eines Gelehrten820, der folgendes behauptet: Wenn Gott dem Propheten etwas für die Zukunft offenbaren will, geschieht dies in der Form einer Parabel. Handelt es sich aber um eine Sendung, so erfolgt alles deutlich, ohne Parabel. Diesen Unterschied läßt RDbS zwar gelten, doch meint er, daß alles von der Aufnahmefähigkeit der Propheten abhängt. Manchmal ist er fähig, der Prophetie teilhaftig zu werden, in einem solchen Falle geschieht die Vision ohne Parabel. Falls er aber bloß einen Teil der Disposition hat, so sieht er eine Parabel oder ein Rätsel und versteht den Sinn derselben. Ist er gar nicht vorbereitet, so muß er erst um die Erklärung der Vision bitten (wie Sach 46). Letzteres kommt in der ersten Zeit des Propheten vor, weil er nicht gewohnt ist, sich mit den heiligen Formen zu vereinigen821. 2. Die Prophetie ist — was auch schon andere schreiben822 — bloß im Anfänge an Erez Israel gebunden. Hat aber jemand in Erez Israel zu prophezeien angefangen, so kann er später auch außerhalb Palästinas der Prophetie teilhaftig werden828. 818 RGA. des RDbS, Hs. des Jew.Theol.Seminaryin New York S. 25a, vgl. dazu 2. Teil, hebr. Beilage. Vgl. dazu Elbogen, Der jüdische Gottesdienst in seiner geschichtlichen Entwicklung8 S. 301 ff., 593. — Über Pijjutim an den drei Sabbaten vor dem 9. Ab vgl. N. 1070. Über das Gedenken der Toten vgl. N. 1165. 817 N. 1258. 318 u. 818 N. 1211. 820 Den Namen dieses Gelehrten konnte ich nicht ermitteln. 821 N. 816. 822 Vgl. Kusari II14 (ed. Cassel S. 97). Vgl. auch die Anm. des Herausgebers das. Vgl. noch RGA. des RSbA I 548 über den Propheten von Avila, Vgl. dazu Perles, R. Salomo b. Abraham b. Adereth S. 5 f. Vgl. dagegen R. Jakob Sasportas, קיצור ציצת נובל צבי ed. Odessa 1867, S. 8b. 828 N. 842 Ende.