Mannheim
Compact Memory

Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1932-01-01 · 1932 · page 71

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1932
Date
1932-01-01
Page
– (sequence 71)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2720904-2721063--67-2727351
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

38 der Reue und der Entbindung vom Eide bedarf. In unserem Falle — sagt RDbS — würde auch R. Ascher zugeben, daß jener den Schwur halten muß, da die Bezahlung des Schuldners eine Mizwa ist und der Traum als Fingerzeig vom Himmel aufzufassen ist242. Ähnlich entschied RDbS einen anderen Fall, daß B., über den A. träumte, man habe ihn in den Bann getan, einer Lösung vom Banne bedarf, selbst wenn A. auch geträumt hätte, man hätte den B. vom Banne befreit243. Einst entschied RDbS, daß man Tefillin, die nach der Vorschrift des R. Tarn verfertigt waren, in solche nach der Vorschrift Raschis umändern darf. In der folgenden Nacht teilte man ihm im Traume mit, daß er nicht richtig entschieden hatte, worauf er von seiner Ansicht zurücktrat244. 5• RDbS' Stellung zur Umwelt. a) K a r ä e r. Aus manchen Gutachten des RDbS erfahren wir einige interessante Mitteilungen über die Karäer insbesondere Ägyptens und über das gegenseitige Verhältnis zwischen Karäern und Rabbaniten. Das Verhältnis zwischen beiden war sehr gespannt. Zwar sehen wir einen Rabbaniten im Dienste eines Karäers stehen245. Doch .folgt aus anderen Stellen, daß die Karäer die Rabbaniten sehr haßten. Sie mieden jede Berührung mit ihnen und betrachteten die von den Rabbaniten vorgenommene Schlachtung als ungültig, selbst wenn sie in Gegenwart eines Karäers erfolgte, und ihren Wein als unerlaubt, selbst wenn der Rabbanite schwor, daß er zum Genuß zulässig ist246. Die Rabbaniten haben sie in ihren Disputationen auf ihre Fehlansichten aufmerksam gemacht, doch die Karäer entfernten sich immer mehr von ihnen247. RDbS pflegte oft mit dem religiösen Oberhaupt der Karäer zu disputieren, um ihre Behauptungen auf Grund der Bibel selbst243 ad absurdum zu führen249. Er hat mit dem ,,Größten von ihnen“ — wahr- 242 n. 1170. 243 N. 1171. 244 n. 2286. 245 N. 796 S. 4, Ende des 2. Teiles (== RGA. des R.Bezalel Aschkenasi, ed. Venedig 1590 N. 3.). 246 A. a. O. S. 3a. Vgl. auch S. 6b. Vgl.׳ auch den. Brief des Karäßrs Samuel b. David יעמש״ל bei Eisenstein, Ozar ha־Massaoth S. 191b,.. 247 A. a. O. S. 6b, 3b: אבל הארורים האלה שאנחנו מחזירים אותם בכל ירם ואינהו פקרי טפי. Statt מחזירים ist vielleicht zu lesen: מזהירים (vgl. S. 3a,). Vgl., noch weiter. 248 Vgl. N. 1211. . . * 249 N. 79?6 S. 4a: וכל מי שיאמר שאינם בועלי גדרת לא תשמע לו כי לא היה בקי בהם המגי שאגי דר ביניהם ונושא ונותן עם הדיין שלהם בכל יום.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.