Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1932
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 68)
- Language
- German
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35 Jede biblische Vorschrift und ihre Zahl hat einen geheimen Grund. Wer zu ihnen etwas hinzufügt oder von ihnen etwas wegnimmt, zerstört und vereitelt die göttliche Absicht224. RDbS hat auch bekanntlich ein Werk über die 613 Gebote verfaßt, die er, nachdem er kurz die gewöhnliche Erklärung gegeben hat, auch ausführlich kabbalistisch deutet. Manchmal gibt RDbS in den Gutachten einen kabbalistischen Grund für einen bestimmten Brauch oder eine Vorschrift an225. Zuweilen wiederum sträubt er sich, den kabbalistischen Grund anzugeben226. ״Ich weiß,“ sagt er an einer Stelle, ״daß die Thora Gründe, Andeutungen und tiefe Geheimnisse (□טעמי□ ורמזי□ וסודות צמורן) enthält. Es ist unsere Pflicht, nach ihnen zu suchen. Der gewöhnliehe Wortsinn soll uns nicht genügen. Doch sind es Dinge, die man dem Papier nicht anvertrauen darf“227. Hierher gehört auch die Ansicht des RDbS über die A g a d a228. Auf Grund verschiedener einander scheinbar widersprechender Stellen äußert sich RDbS über die Agada folgendermaßen: Die Agada ist genau so heilig wie die andere mündliche Lehre. Genau wie letztere durch 13 Deutungsregeln erklärt wird, so wird die Agada durch 32229 am Sinai überlieferte Regeln erklärt. Beide wurden mündlich überliefert und durften zuerst nicht aufgeschrieben werden. Während die Halacha zur Zeit Rabbis aufgeschrieben wurde, blieb das Verbot des Aufschreibens für die Agada weiter bestehen. Der Grund dafür, daß R. Josua b. Levi (Jerus. Sabbat XVI) verbot, die Agada aufzuschreiben oder öffentlich vorzutragen, ist folgender: Die Agada hat einen ״offenen“ und einen ״geheimen“ Sinn. Ersterer zieht das Herz des Zuhörers an, letzterer muß verborgen bleiben und darf nur den Adepten mitgeteilt werden. Daher durfte man die Agada nicht aufschreiben oder öffentlich vortragen: Denn der Leser 224 N. 916. Vgl. auch Mez. D. N. 438. 225 ^1179. ,2333 ,279! יז. Vgl. auch oben Anm. 223. Über die Gottesnamen vgl. 1407. 226 Yg] n. 696, 623, 2310. Vgl. dazu auch Mez. David N. 156, Migdal David S. 66. 227 N. 2310. — Über den Gebrauch von Gottesnamen vgl. Magen David 15b: והזהר בבי מאד ושמור נפשך מלהשתמש בשמות כי תאבד את עולמך ולא תועיל ולא תציל ותוציא לעז על השמות כי אין מי שיודע בזה דבר ומת שתמצא מזה כתוב בספרים אין שם דבר ראוי לסמוך עליו כי העיקר הניחו אותו ולא כתבוהו לפי שהם דברים נמסרים מפה אל פה" וידעתי באמנה עיש בכת השמות לשנות המבעים וסדרי בראשית ולעשות כל בקשה ושאלה אבל אין יודע ואין מבין הדבר על בוריו""* Vgl. noch Migdal David S. 6b: וכבר שמעתי על אחד מהדור הזה שהיה יודע ביקוד בשם ומזכירו בנקודו על המים ובקפאים" ולפי שדעתי הוא שאין לו חלק לעוה״ב לא רציתי לברר הדבר ולנסות אם אמת הוא " " " אלא אבי תמה אם יש בדור הזה מי שיודע להזכיר שם לפעול פעולה כזאת. 228 Vgl. auch Bialoblocki in Encyclopaedia Judaica V 867. — Zu Midrasch Ruth vgl. 1127. 229 כן האגדה נדרשת בשלשים ושש מדות. Statt שש muß es heißen: ושתים. y