Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1932
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 66)
- Language
- German
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33 verläßlich, da ein Gutachten eine Entscheidung für die Praxis ist, während die frühere Entscheidung bloß theoretischen Charakters sein kann211. Eine wichtige Regel ist folgende: Die Ansicht, die ein Dezisor zuletzt anführt, ist für die Entscheidung maßgebend212. Falls R. Jakob b. Ascher im Tur sich der Ausdrucksweise ״N. N. a b e r schrieb . . . “ bedient, so folgt daraus, daß er sich mit dessen Ansicht identifiziert213. RDbS räumt auch dem M i n h a g (Gewohnheit, Brauch) einen wichtigen Platz in seinen Entscheidungen ein214. Der Satz ״der Brauch unserer Väter ist Thora“ kommt in seinen Gutachten oft vor215. Diesen Grundsatz wendet RDbS besonders in zivilrechtliehen Fällen an. ״Der Brauch ist ein wichtiges Prinzip in Geld- Sachen“ und ״der Brauch hebt die Halacha auf216“. Dagegen kann ״ein Brauch ein Verbot nicht aufheben“217. Wer kraft einer Vereinbarung, Verordnung oder eines Brauches jemanden, welcher sich auf das Gesetz beruft, vor Gericht zitiert, muß den Beweis erbringen, daß so die Vereinbarung bzw. die Ver- Ordnung oder der Brauch war218. Ungemein wichtig ist die Frage nach dem Verhältnis des RDbS zur K a b b a 1 a219. Daß er Kabbalist war, ist bekannt. 211 VII N. 25 S. lla. Vgl. dazu noch RGA. Siehron Jehuda des R. Jehuda b. Ascher N. 15 S. 3b, RGA. des R. Jakob Möln N. 72 (76) und die Anm. des Herausgebers der RGA. des RDbS a. a. O. 212 N. 1300, 1269 S. 55a. Vgl. dazu auch יד מלאכי II 5 S. 132b. 213 N. 1269. Vgl. auch יד מלאכי a. a. O. S. 132c. 214 Über die Bedeutung des Minhag vgl. Ch. Tschernowitz, Die Entstehung des Schulchan Aruch S. 12 ff., derselbe in Haschiloach IV S. 402 f., Horodezky, לקורות הרבנות S. 112 f., 117 ff., 134 f., Isaak Unna in Jeschurun X (1923) S. 463 ff. Über den Minhag in der Liturgie vgl. besonders Elbogen, Der jüdische Gottesdienst, 3. Aufl., S. 355 ff. 215 N. 476, 294, 702, 823, 721, 1127, 2308, 2091, 303. Vgl. noch 580, 677, 659, 565. 216 N. 316, 307, 2302, 574, 159, 293, 380, 345, 1583, 2302, 892, 2296, 452, 278. Ausführlich über Minhag in N. 1209, 962, 544, 545, 1165, 29, 932, 687, 1127, 359. 217 N. 368, 359. 218 N. 2293. Vgl. auch N. 1209. — Für die Liturgie vgl. noch N. 1279: וכבר ידעת כי מנהגנו בתפלות על סדר אבודרהם שהיה חכם גדול בטוליטולא וכל מנהגנו על סדר סוליטולא. Vgl. dagegen 1001: בספרד לברך אפי׳ על מיחוש אין ראוי לסמוך על uw ואע״ג דכתב הטור זה כיון שיצאנו מספרד ואין במקומות הללו שום מנהג וכ״ש שאני רואה 219 Die Kabbalisten nennt RDbS: בעלי הקבלה (N. 2286, 2276), ווכמי הסוד (912, Mezudath David N. 47), ווכמי המדרש ,(2121 ,1010) בעלי הסוד ,(489) משכילים (154), חכמי הקבלה ,(912 ,1179 ,1082) חכמי האמת (Mez. D. N. 129), ,(1180) יודעים הן מקובלים (Mez. D. N. 84, 189, 191 u. n. a.) und sogar רז״ל (das. N. 129 S. 27c). 3