Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1932
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 65)
- Language
- German
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32 manchmal deswegen, weil er eine andere Lesart fand203. Ein anderer Grund für die Abweichungen ist folgender: Es ist die Art der beiden großen Mischnaerklärer Raschi und Maimuni, die Mischna zu erklären ohne Rücksicht auf das Endresultat der talmudischen Diskussion204. Daher ist für unsere Entscheidung bloß der Mischne Thora maßgebend206, Maimuni hat ihn verfaßt, damit man ihn auswendig lerne. Deshalb teilte er ihn in Perakim und Halachoth ein. Denn die Zahlen sind eine wichtige Stütze für das Gedächtnis und ein wichtiger Behelf zum Auswendiglernen. Er hat die Gewohnheit, zuerst das Geläufigere und dann das Seltenere, zuerst die allgemeine Regel und dann das Spezielle hervorzuheben206. Im Falle einer Meinungsverschiedenheit unter den Dezisoren in bezug auf die Interpretation einer Stelle im Mischne Thora ist der Autor des Maggid Mischne maßgebend207. Bei einem Widerspruch im Mischne Thora selbst soll man sich nach der Hauptstelle richten208. Im Falle einer Meinungsverschiedenheit zwischen älteren und jüngeren Dezisoren, hängt die Entscheidung von folgendem Moment ab: Falls anzunehmen ist, daß die jüngeren Dezisoren vom Standpunkt der älteren Dezisoren Kenntnis hatten und ihn bewußt ablehnten, so soll man sich nach den jüngeren richten, sonst sind die Worte der älteren ausschlaggebend. Denn es ist anzunehmen, daß die Jüngeren den Älteren zugestimmt hätten, wenn sie deren Standpunkt gekannt hätten209. Bezieht sich die Meinungsverschiedenheit der Dezisoren auf das Sprechen von Segensprüchen, so soll man sich nach dem erleichternden Standpunkt richten210. Wenn ein Responsum eines Gelehrten mit seiner früher getroffenen Entscheidung in Widerspruch steht, ist das Responsum 203 N. 2210. Vgl. noch VII 26 S. 12d. 284 N. 1008, 1652. Vgl. noch 1558 Ende und 2223. Daher soll man sich bei einer Meinungsverschiedenheit zwischen Raschi und anderen Dezisoren auf letztere verlassen. כל שכן שיש בידינו כלל גדול כי רש״י ד-ל מפרש הוא לא פרסק ויותר יש לסמוך על בעלי הפסק, N. 1180. Vgl. dazu יד מלאכי II S. 128c. 206 N. 204. Vgl. auch Conforte, Kore ha-Doroth ed. Cassel S. 13a, יד מלאכי II 1 S. 124c f. und כללי הרמב״ם in der Einleitung zum Mischne Thora ed. Wilna S. 15. 286 vgi. n. 1536. 297 N. 1404, 1689. Vgl. noch 1477, 2217, 1245, VII 26 S. 12c. 208 N. 1382 S. 2b. Vgl. auch יד מלאכי II 12 S. 137. 289 N. 1369. Vgl. noch N. 994, 1?53, 642, 502, 540 Ende. 218 N. 1365, 228, 229, 642.