Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1932
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 60)
- Language
- German
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27 d) RDbS beweist, daß die Lage des heutigen Jerusalem nicht ganz der des alten entspricht161. Im alten Jerusalem gehörte der Berg Zion mit der königlichen Gruft zur Stadt, das Grab der Prophetin Hulda lag noch innerhalb der Stadtmauern. Heute aber liegt Zion außerhalb Jerusalems und das Grab der Prophetin Hulda ist auf dem Gipfel des Ölberges. Auch die Nichtjuden nennen das jüdische Viertel, das außerhalb der Stadt liegt ״Zion“, (nur das Stadtgebiet) vom Anfang des Marktes nennen sie אל קדם (Jerusalem)162. e) Auf die Frage, ob man die Söller betreten darf, die rings um den Platz des Heiligtums gebaut sind und in den Luftraum des alten Tempels hineinragen, antwortet RDbS wie folgt: ,,Ich kann keine einheitliche Entscheidung treffen, da nicht die Söller aller Seiten gleich zu beurteilen sind. Es gilt als feststehend, daß unter dem Kuppelbau (der jetzigen Moschee) dej• Schethijafelsen sich befindet, der bei den Nichtjuden אל סברא (Alsachra) heißt. Zwar heißt es im Talmud, daß der Schethijafelsen nur drei Zoll über der Erde war, heute aber ist er — wie uns gesagt wurde — von der Basis des Kuppelbaues 3 Stockwerke hoch, und wir sehen auch von draußen, daß viele Stufen zum Kuppelbau hinaufführen. Doch dazu habe ich in einem Responsum geschrieben163, daß der Boden des Tempelberges durch die Grabungen, die dort vorgenommen wurden, eine Senkung erfahren hat. Die Nichtjuden erzählten auch, daß unter der Kuppel eine Höhle sich befindet und daß die früheren (nichtjüdischen) Könige, um zu erfahren, was sich darin befindet, Leute hinuntersteigen ließen, die aber starben. Daraufhin ließen sie die Höhle mit Erde füllen und abschließen, so daß niemand bis heute weiß, was sich dort befindet. Höchstwahrscheinlich hatten sie sagen hören, daß die Bundeslade sich dort befinde164, daher ließen sie graben, um sie zu finden. Auf diese Weise wurde der Boden niedriger und ist der Schethijafelsen bloßgelegt worden. Ich habe ferner gehört, daß die früheren Herrscher den Grund des Schethijafelsens bloßlegen wollten, ihn aber nicht fanden. Jedenfalls folgt daraus unzweifelhaft, daß jener Felsen der Schethijafelsen ist, auf dem die Lade im Allerheiligsten stand, westwärts“. RDbS teilt nun die Grenzen des Heiligtums mit, um festzustellen, welche Söller man betreten darf und welche nicht. ״Ich hörte auch, daß es dort einen unterirdischen Gang gibt, dessen Eingang an der Westseite sich befindet, es gibt manche Juden, die ihn betreten, das ist aber religionsgesetzlich verboten . . .165.“ 161 Vgl. auch אלה המסעות des R. Jakob (13. Jhdt.) bei Eisenstein a. a. O. S. 67b. 162 N. 633. Vgl. auch N. 2129. Vgl. auch Schwarz a. a. O. S. 152. — Zum Grabe der Prophetin Hulda vgl. Estori Parchi S. 176, Schwarz S. 151b und Eisenstein S. 72, 100, 182, vgl. dagegen das. S. 209 und die Anm. des Herausgebers. Vgl. noch Lunczin ״Jerusalem“ I S. 87 Anm. 67, J. J. Yahuda in ״Zion“ III 128 Anm. 51 und פנקס ירושלם) זברון לחובבים הראשונים) ed. Grajewski 9. Heft S. 25. 163 N. 639. 164 Zu diesem Ergebnis kommt auch M. Friedmann, Wo ist die Bundeslade? in ״Hameamer“ ed. Luncz II (1912) S. 396. 166 N. 691. Vgl. dazu auch J. J. Yahuda a. a. O. S. 1 07 f.