Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1932
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2720904-2721063--40-2727324- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
11 pflegte RDbS oft mit dessen Gegnern über religiöse Fragen zu disputieren. So mit Karäem48 und muhammedanischen Gelehrten. Letztere warfen den Juden Fälschung der Bibel vor, und RDbS pflegte ihre Beweise zu entkräften49. Ebenso wies er ihre Angriffe auf manche biblische Vorschriften zurück50. Kein Wunder, daß RDbS durch die Betreuung seiner Gemeinde — er bekleidete auch das Ehrenamt eines Vorstehers der Armen Verwaltung51 —, durch die Leitung einer Jeschiba und duich das Abgeben von Gutachten an verschiedene Städte sehr in Anspruch genommen wurde und oft über Mangel an Zeit klagte52, zumal er auch vom Rabbinat keinen Nutzen ziehen wollte und aus anderen Quellen seinen Lebensunterhalt zog53. Er war gezwungen, seine Lieblingsbeschäftigung in der Zeit der Jugend, die Dichtkunst, aufzugeben. In einem aus seinem Alter stammenden Gutachten entschuldigt er sich beim Fragesteller, daß er ihm nicht bald geantwortet habe, wie folgt: ,,Als ich aufhörte, mich mit der Dichtkunst alter und neuer Art zu besehäftigen54, dadas Greisenalter auf mir lastet und das Gesicht meiner Jugend (zur Erde) gedrückt ist, wünschte ich mir wenigstens, Zeit für die Erfordernisse zu haben, denen ich mich nicht entziehen kann. Denn auf mir lastet das Joch der großen Gemeinschaft, ferner das Joch meiner Freunde, die auf meine Stimme hören, die als Riesen anzusehen sind55, und — was am schwersten ist — das Joch des Lebensunterhaltes. Denn ich habe mir auch nicht das (aus meinem Amt zu beziehen) erlaubt, was die Thora erlaubt56, da ich glaube, es gebe niemanden in unserer Zeit, der dessen würdig wäre57.“ frage ist aber nach Alexandrien gerichtet! — Über den Nagid vgl. noch Rosanes I 125 f. und in Encyclopaedia Judaica I 1136 f., Frumkin I 25 ff. und die Anm. Riwlins daselbst. 48—50 Yg\. darüber weiter unten 5. Kapitel S. 38ff. u. S. 45 Anm. 294. 51 N. 67. 52 Vgl. z. B. N. 1180, 2147, 2298. Vgl. noch Riwlin bei Frumkin I 71 Anm. 2. 63 In seiner Jugend hat RDbS Handel getrieben, vgl. N. 784 ולענין מי שאמר לחברו קנה סחורה זו ואהיה שותף עמך בדידי הוה עובדא בבחרותי וטען שכנגדי לא הייתי בקי בסחורה זו ונתחייב לפרוע חלקו ״; möglich, daß er auch später sich damit beschäftigte. Aus einem anderen Gutachten des RDbS (Handschrift des Jewish Theological Seminary in New York S. 327b) erfahren wir, daß RDbS Geldgeschäfte betrieb: וכן אני נוהג להלוות להם ברבית ביום אידם. Über seinen Reichtum vgl. oben Anm. 36. 64 מאז חדלתי לקטר למלאכת השירים והמליצות ישנים גם חדשים. 65 יחשבו אף הם כענקים. Vielleicht ist der Sinn der Phrase folgender: Die Schüler lasten auf mir, wie ein Halsband auf dem Hals,ענק Halsband. 56 Gemeint ist שכר בטלה. 57 N. 1180. Zur Frage der Bezahlung der Rabbiner vgl. S. Assa£ לקורות הרבנות (Jerusalem 1927) Kap. 4.