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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1932-01-01 · 1932 · page 9

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1932
Date
1932-01-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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IRI
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7 Dank dem systematischen Geschick des Verf. ergibt die Durcharbeitung des Pentateuch-Kommentars ein klares Bild der historischen und religionsphilosophischen Betrachtungsweise des Nachmanides, wobei jedoch das spezifisch Kabbalistische nicht durchweg genügend herausgearbeitet wird. Eine stärkere Berücksichtigung der außernachmanidischen Queben der Kabbala wie der anderen Schriften des Nachmanides selbst würde der Arbeit eine Vertiefung der Auffassung der Ideenwelt der Kabbala gegeben und die Originalität des Nachmanides schärfer zum Ausdruck gebracht haben. Von besonderem Wert ist die Zusammenstellung und Erläuterung der für Nachmanides charakteristischen exegetischen und kabbalistischen Terminologie. Die fast lückenlose Benutzung der älteren und neueren Wissenschaftliehen Literatur, die methodischen Vorzüge der Arbeit, wie eine beachtliche Darstellungsgabe verleihen der Arbeit, obwohl ihr Schwergewicht im Descriptiven bleibt, den Wert einer gediegenen Forschung. Der Arbeit wird der volle Preis zuerkannt. Als Verfasser erwies sich Herr cand. phil. u. theol. G. M. W e c h s 1 e r. Die zweite eingegangene Arbeit trug das Motto: הנסתרות לה׳ אלהינו והנגלות לנו ולבנינו. (Deut. 29, 28.) Genaue Vertrautheit mit den Quellen der Kabbala, wie klares Erfassen der Grundprinzipien der kabbalistischen Lehren des Nachmanides verleihen der Arbeit die sichere Grundlage, die eine vielseitige gründliche Kenntnis des hebräischen Schrifttums gewährt. Mit einer bemerkenswerten Kraft der Analyse, die von der Begeisterung des Verf. für den religiösen Kern der Lehren des Nachmanides zumeist gestützt, zuweilen aber auch gehemmt wird, ist in der Arbeit der Versuch unternommen worden, an der Hand einiger kabbalistischer Vorstellungskreise in die ganze kabbalistische Vorstellungs weit des Nachmanides einzudringen. Die innige Verknüpfung von Lehre und Persönlichkeit wird aufgezeigt, wobei vom Verfasser die Grenze zwischen Sage und Wirklichkeit allerdings gelegentlich nicht klar gezogen wird. Von besonderem Werte für die Fundierung der Arbeit erwies sich die Heranziehung von handschriftlichen Quellen; die Identifizierung der Hand- Schriften, besonders hinsichtlich der Sephirotliteratur, bedarf noch einer weiteren Klärung. Eine stärkere Berücksichtigung der neueren Forschungen auf dem Gebiete der Mystik und der Religionsphilosophie, wie straffere Systematik und eine mehr prägnante Fassung in den Definitionen wären zur weiteren Ausgestaltung der Arbeit notwendig. Der Versuch, selbständig in das weitverzweigte Quellenmaterial einzudringen und sich damit die Originalität des Urteils zu wahren, gibt dazu Veranlassung, die Arbeit, die bei weiterer wissenschaftlicher Durchführung eine klare Erkenntnis der Nachmanidischen Kabbala zu verschaffen durchaus geeignet ist, als eines Preises würdig zu beurteilen. An den Bewerber soll der Preis in halber Höhe zur Auszahlung gelangen. Als Verfasser ergab sich Herr M. G r a j w e r. Das Thema des David Rosin-Preises ״Die Angriffe auf die Wirtschaftsethik des rabbinischen Schrifttums“ fand keine Bearbeitung. Zu dem Thema des Manuel Joel-Preises /,Die Unter- Scheidung von Mythos und Religion bei Hermann Cohen und Ernst Cassirer in ihrer Bedeutung für die jüdische Religions- Philosophie“ ist eine Bearbeitung eingegangen. Die Arbeit zeigt eine gründliche Vertrautheit mit der systematischen Philosophie der Gegenwart. In sorgsamer Untersuchung wird die Unter- Scheidung von Mythos und Religion in den verschiedenen Phasen der Ent-

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