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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1932-01-01 · 1932 · page 8

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1932
Date
1932-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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IRI
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6 Klarheit hervor. Diesem Tatbestand ist es zuzuschreiben, daß manches, das zum Thema gehört und im Texte selbst behandelt werden sollte, in die Anmerkungen gesetzt wurde. Diese Mängel sind indes durch kleinere Aenderungen, Umgruppierungen und Ergänzungen leicht behebbar, fallen daher bei Bewertung der Arbeit nicht allzuschwer in die Waagschale. Es ist vielmehr hervorzuheben, daß es dem Verfasser gelungen ist, einen spröden Stoff zu durchdringen, ihn durch erschöpfende Heranziehung der zerstreuten Elemente unter einheitliche Gesichtspunkte zu bringen und manch dunkle Punkte aufzuhellen. Die Arbeit verdient die Zuerkennung des vollen Preises. Als Verfasser erwies sich Herr cand. theol. Isaak Kahane. Die zweite unter dem Kennwort ״Non ex regula jus sumatur, sed ex jure quod est regula fiat“ eingereichte Preisarbeit behandelt das halachische Dezisionsproblem vorwiegend rechtstheoretisch. Diesen Versuch, in das Thema von außenher einzudringen, verfolgt der Verfasser mit besonderer Energie, und man kann ihn in manchen Stücken als gelungen betrachten. Zunächst gewann der Verfasser einen Rahmen für den recht spröden und disparaten Stoff, der hier zu behandeln war, damit aber ging Hand in Hand auch eine Ausweitung der Gesichtspunkte. Allerdings hat die Vergleichstheoretische Methode auch manche Belastung mit sich gebracht. Auf der einen Seite führte sie zu einer Erweiterung der gesteckten Grenzen und teilweise auch zu einer Kürzung der Innenarbeit, andererseits aber kam es zu Analogiebildungen, die der vollen Deckung entbehren. Die urgegebene Eigenart wurde zuweilen verkannt oder ungenau herausgeschält. Bei allem Verständnis, das der Fachmann der halachischen Exegese entgegenbringt, und bei aller Wichtigkeit, die die Traditionslehrer alten Texten beigelegt haben, dürfte man in der talmudischen Epoche doch kaum an eine Art idealer Formulierbarkeit der ״Gesetze“ gedacht haben. Sie würde übrigens mit stabilisierter Geschichte zusammenfallen und die halachische Entwicklung hemmen. Richtig ist die Unterscheidung zwischen jüd. Dezisions werken und weltlichen Gesetzbüchern, doch fehlt die zureichende Motivierung. Die Behandlung der einzelnen Dezisionsregeln gilt nicht als das angestrebte Ziel; der Verfasser macht das zum Gegenstand seiner Untersuchung, was für die Gesamtheit der Regeln grundsätzlich ist. Nach dieser Richtung sind manch wertvolle Ansätze gemacht wordem, doch müssen sie nach der geschichtlichen Seite hin noch vertieft werden. Das Moment des Gleichzeitigen und Zeitverschiedenen in der Beurteilung von Kontroversen ist nicht genug scharf geschieden. Besondere Hervorhebung verdient die Entwickelung des Prinzips הלכד. בבתרא. Das Werk im ganzen legt Zeugnis ab von einer besondern Fähigkeit, sich in wissenschaftliche Arbeiten zu vertiefen. Die benutzte Literatur (143 Nummern) gewährt uns einen Einblick in die Arbeitsmethode des Verfassers. Das Werk verdient die Zuerkennung des vollen Preises. Der Verfasser ist Herr cand. theol. Ernst Hoffmann. Das Thema des Heinrich Graetz-Preises lautete; ״Die kabbalistischen Lehren des Nachmanides in seinem Pentateuch-Kommentar sind auf ihre Quellen und Aus- Wirkungen zu untersuchen/' Es sind zwei Arbeiten eingegangen. Die erste Arbeit trägt das Motto: Das Geheimnis Gottes ist für diejenigen, die ihn fürchten. (Psalm 25, 14.) Den Zugang zu seiner Arbeit sucht der Verfasser auf dem Wege einer allgemeinen Darstellung von Entstehung und Wesen der Mystik. Es ist verdienstlich, daß der Verf. es in der Einleitung unternahm, an Hand einer Fülle von Literatur die verschiedenen Auffassungen von den Be- Ziehungen zwischen Religion, Philosophie und Mystik wiederzugeben. Die Anordnung des reichlichen Materials im Hauptteil der Arbeit läßt auf eine gute methodische Schulung wie auf ein lobenswertes Verständnis für wissenschaftliche Probleme schließen.

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