Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1932
- Date
- 1932-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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8 wickiung der Cohenschen Philosophie festgestellt. Hierbei wird besonders der konstruktiv-rationalistische Charakter seiner Religionsphilosophie hervorgehoben. Die Milderung dieses konstruktiven Zuges der Cohenschen Religionsphilosophie bei Ernst Cassirer ist richtig erkannt und seine Unter- Scheidung des wissenschaftlichen, mythischen und religiösen Bewußtseins klar herausgearbeitet. Auch hier bleibt der Verfasser nicht beim bloßen Referat stehen, sondern bemüht sich, das Verhältnis wie der Cohenschen, so der Cassirerschen Religionsphilosophie zur jüdischen Religion kritisch zu bestimmen. Vom Standpunkt der Religionspsychologie von Otto und Scholz und einer erkenntnistheoretischen Kritik des Neukantianismus gelangt Verfasser zu einem wissenschaftlich begründeten Urteil. Die Arbeit verdient den vollen Preis. Ihr Verfasser ist Herr cand. theol. Alfred Jospe. Das Thema des Jacob Guttmann-Preises lautete: ״Die Lehre von Raum und Zeit bei den jüdischen Religions- Philosophen des Mittelalters bis Maimuni." Es ist eine Arbeit eingegangen. Die Arbeit geht von der Untersuchung des Zeitproblems bei Gersonides aus, zieht aber überdies von seinen Vorgängern namentlich Maimonides, von seinen Nachfolgern Crescas und Abarbanel heran. Ihr Fortschritt über die seitherigen Behandlungen liegt darin, daß sie die Erörterung des Zeit- Problems im neuzeitlichen Denken und die auf ihr beruhende Aristoteleskritik zu verwerten sucht. Allerdings ist die Darstellungsgabe des Verfassers der schwierigen Aufgabe nicht durchweg gewachsen; seine Auseinander- Setzung macht überdies oft einen noch unfertigen Eindruck. Er hat aber großen Fleiß, gute Kenntnis der jüdischen Philosophen wie des Aristoteles gezeigt und eindringenden Scharfsinn sowie Freude an philosophischem Denken bewiesen. Das Kollegium spricht daher die Hoffnung aus, daß die Arbeit zu einer wertvollen Untersuchung ausreifen wird, und erkennt dem Verfasser den halben Preis zu. Der Verfasser ist Herr cand. theol. Jacob Karo. Das Thema des Alexander Kohut Memorial- Preises ״Die Anthropomorphismen der Genesis und deren Deutung auf Grund der Wiedergabe in den griechisch-lateinisehen wie aramäisch-syrischen Übersetzungen" fand keine Be״ arbeitung. Für das Jahr 1932 wurden folgende Preisaufgaben gestellt: 1. Israel Lewy״Preis: Die Angriffe auf die Wirtschaftsethik des rabbinischen Schrifttums. 2. Heinrich Graetz - Preis: Die Judengesetzgebung und die Ketzergesetze in den Konzilienbeschlüssen bis zur Wiener Synode vom Jahre 1267. 3. David Rosin ״Preis: Die Ethik und Religionsphilosophie Salomon Maimons. 4. Manuel Joel״Preis: Der Einfluß der Pädagogik der Neuzeit auf die methodische Gestaltung des jüdischen Religions- Unterrichts in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. 5. Jacob Guttmann-Preis: Das Problem der Theodizee in der jüdischen Religionsphilosophie des Mittelalters. 6. Alexander Kohut Memorial-Preis: Die Tossafistenschulen und ihre Methoden.