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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1932-01-01 · 1932 · page 7

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1932
Date
1932-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721063--03-2727287
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Sonntag, dem 24. Januar 1932, fand nach dem alten Herkommen unseres Seminars in Anwesenheit der Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden, der Rabbiner sowie der offiziellen Vertreter der Synagogengemeinde die Gedächtnisfeier für den Stifter unserer Anstalt, den verewigten Kommerzienrat Jonas Fraenckel, statt. Der Vorsitzende, Herr Seminarrabbiner Prof. Dr. Guttmann, erstattete den Bericht über die Tätigkeit des Seminars im abgelaufenen Jahr und verkündete dann das Ergebnis der Preisausschreiben. Im Jahre 1931 wurden 6 Preisaufgaben gestellt. Eingegangen sind 6 Preisarbeiten. Zu dem Israel Lewy-Preis ״Untersuchung der im babylonischen Talmud vorkommenden dezisorischen Regeln“ sind 2 Arbeiten eingegangen. Die Erste trägt das Kennwort אפי, האב ובנו הרב ותלמידו שעופקין בתורה בשער אחד נעשים אויבים וה את זה ואינם ווים משם צד שנעשים אוהבים זה את זה שנאמר (קיר׳ ל:) את והב בסופה. Der Preisbewerber hat das Problem richtig erfaßt, sich der Mühe unterzogen, den einschlägigen Stoff, so weit er den babylonischen Talmud anlangt, selbständig zu sammeln und zu verwerten. Nebenher berücksichtigt er auch den pal. Talmud, insbesondere soweit es sich um Parallelen bzw. Varianten hinsichtlich der im Babli verzeichneten Dezisionen handelt. In der Ausarbeitung kommen zunächst die älteren Kommentatoren und Methodologen zu Wort. Weniger ausreichende Berücksichtigung findet die neuere Literatur. Die Buchung und Verwertung des reichfließenden Stoffes zeugen von außerordentlichem Fleiß und guter Begabung, sich in die Quellen zu vertiefen und sie selbständig für die Frage heranzuziehen. Aufbau und Gliederung der Arbeit zeigen jedoch manche Lücken. Dem Werk geht eine Einleitung voraus, die im wesentlichen Rechenschaft geben soll über Methode und Ergebnisse der Preisfrage; der behandelte Stoff ist in 4 Abschnitte geteilt: 1. Schulen, 2. Schulen in bestimmten Gebieten, 3. Gebiete, 4. allgemeine dezisorische Regeln. Diese Einteilung entspricht nicht ganz der Natur der Sache. Sie führt zu einem gewissen Dualismus in der Behandlung des Stoffes: Zusammengehöriges wird oft auseinandergehalten und dadurch die Uebersichtlichkeit gestört. Im einzelnen ist zu bemerken: Hinsichtlich der tannaitischen Dezisionen wäre eine strenge Grenze zu ziehen zwischen den Kontroversen der Schammaiten und Hilleliten und zwischen den nachfolgenden Schulen. Es liegen hier geschichtlich beachtenswerte Momente vor, die auch für den Dezisor ihre Bedeutung haben. Es wäre auch auf die ,,achtzehn Dinge46 hinzuweisen gewesen, in denen die Schammaiten gesiegt haben. Die Ueberlieferungsfrage wäre über die Schulen Schammais und Hillels hinaus zu verfolgen und einheitlich darzustellen. Ebenso wäre es erwünscht gewesen, auf die Formulierung der Dezisionen nach Autoren oder sachlichem Inhalt näher einzugehen. Die Transskription hebräischer Abbreviaturen weicht vielfach von den üblichen Formen ab. — Im allgemeinen ist noch zu bemerken, daß die Darstellungsweise eine ziemlich knappe und gedrängte ist. Die Gedankengänge des Verfassers treten nicht immer in entsprechender

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