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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1929-01-01 · 1929 · page 181

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1929
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 181)
Language
German
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IRI
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178 § 5. Sonstige Religionsgesetze Widerspruch erhebt. Natürlich kann die Frage nach dem reinjüdisehen Ursprung für die allegorischen Deutungen gar nicht gestellt werden; sie scheinen, mindestens in Phiions Formulierung, zu beruhen auf der Gleichung iteptxofiY] Ttepirzoü ixTopiq, die hebräisch gar nicht wiederzugeben ist. Aber auch die wörtlichen Deutungen unterscheiden sich wesentlich von den rabbinischen. Ueberblickt man die zahlreichen Begründungen, welche die Rabbinen für diesen besonders stark angefochtenen Ritus gaben1, so sieht man klar, daß gesundheitliche Erwägungen, wie sie Philon anstellt, gar nicht zu ihnen passen würden. Der Hinweis auf die Aegypter wäre im rabbinischen Schrifttum erst recht unerhört, da man dort bestrebt ist, die Beschneidung (wiewohl man wußte, daß auch andere Völker sie üben) als unterscheidendes Bundeszeichen hinzustellen2: und auch der Vergleich mit dem Herzen ist aus griechischem Sprachgeist geschöpft, da im Hebräischen bei übertragener Verwendung des Wortes לב an den Sitz des Herzens, aber nicht an seine äußere Form gedacht ist, wie im Griechischen3. Wenn es nun auch verständlich ist, daß die hellenisierten Juden auf den partikularen Sinn der Vorschrift kein großes Gewicht legten, so erscheint es durchaus auffällig, daß die Bezeichnung der Vorhaut als eines ״Schönheitsfehlers des Körpers“4 in Alexandrien keinen Nachhall fand, zumal doch der 1 Wohlgemuth, Das jüdische Religionsgesetz in jüdischer Beleuchtung II 49 ff. (und zur Wertschätzung 25). 2 Wie sehr sie als solche galt, zeigen vor allem die Briefe des Paulus und der Sprachgebrauch: nach der Mischna Ned. III 11 gilt ein Gelübde bezüglich der ״Unbeschnittenen“ sinngemäß für sämtliche Heiden, nicht aber für Jsraeliten, deren Beschneidung aus gesundheitlichen Gründen unterblieben ist. 3 Kap&a kann den Magenmund (Theokr. 2, 49) und den After bezeichnen. Wie übrigens Phüon zu der Meinung kommt, daß erst die Beschneidung die Aehnlichkeit herstelle, ist nicht ganz klar. Es sieht fast so aus, als habe er wieder einen Vorgänger mißverstanden, der mit dem biblischen, auch den Rabbinen und den Oden Salomos 11! ff. geläufigen Begriff der ״Beschneidüng des Herzens“ arbeitete. 4 Gen. R. 46, 4.

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