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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1929-01-01 · 1929 · page 180

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1929
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 180)
Language
German
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IRI
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Beschneidung 177 gesetze, völlig außerhalb der Hauptgliederung1. Er gibt vier Gründe für die — wie er weiß und ausdrücklich hervorhebt — Juden und dfem uralten, weisen2 Aegyptervolk gemeinsame Sitte an, tun den Vorwurf der Gedankenlosigkeit3 von ihren Beobachtern abzuwehren. Nach Sply. I 4 soll die Beschneidung eine Krankheit verhüten; nach I 7 soll sie die Volks Vermehrung fördern; nach I 5 kommt einem Priestervolk Reinheit des ganzen Körpers zu, ״wie sich aus demselben Grund die ägyptischen Priester sogar vöhig den Körper scheren“; endlich will man das Zeugungsorgan dem Herzen ähnlich machen, um dem sichtbaren Erzeuger sinnlicher Wesen dem unsichtbaren Erzeuger der Gedanken anzupassen (§ 6). Diese wortliehen Deutungen will Philon von ״gottbegnadeten Erklären! der mosaischen Gesetze“ gehört haben. Ihm selbst scheint die Beschneidung überdies als Symbol gelten zu sollen 1. für die Forderung der Enthaltung von Sinnesfreuden, 2. für die Vermeidung des Dünkels4: wir sollen nicht glauben, daß wir erzeugen können, vielmehr zeugt nur Gott durch unsere Mitwirkung (§ 8 ff.). Aehnlich lauten Phiions Ausführungen Quaest. in Gen. III 48. Von diesen Deutungen sind auch die allegorischen nicht etwa von Philon erfunden; er sagt ausdrücklich De migr. Abr. § 92, daß beide von den ihm wenig sympathischen radikalen Allegoristen aufgestellt wurden; er meint nur, daß für diese Deutungen ausschließlich seine der Allegorie grundsätzlich geneigte Richtung eintritt, scheint also anzunehmen, daß sich gegen die ersteren kein grundsätzlicher 1 Ferner Quaest. in Gen. III 47 ff., in Ex. II 2. 2 Dies Lob der Aegypter wegen ihres Alters und ihrer cpiXoao<p!a steht zu kritischen Bemerkungen über die heutige ägyptische Bevölkerung in den sog. historischen Schriften, abgesehen davon, daß man deren Schärfe überschätzt hat (Heinemann RE Suppl. V 11), ebensowenig in Widerspruch wie die Ehrfurcht des Hellenen vor den uralten Kulturen des Orients zu dem Gefühl seiner Ueberlegenheit über dessen heutige Bewohner. 3 Mit zuyipeia I 3 ist etwa dasselbe gemeint, wie mit stnjfrsia im Munde jüdischer Gesetzesverächter bei Jos. Alt. IV 145. 4 Er ist wohl mit den germina swperflua intellectus Quaest. in Gen. III 74 gemeint. 12

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