Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- – (sequence 182)
- Language
- German
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Besdmeidung 179 Gedanke, daß alles Ueberflüssige, insbesondere am Körper, unschön sei, dem Hellenen natürlich nahe lag1. Ich halte es in der Tat nicht für ausgeschlossen, daß jene Begründung verhältnismäßig späten Ursprungs und nur Umbiegung des Gedankens ist, den das Buch der Jubiläen 1527 ausspricht, durch die Beschneidung erlange der Mensch die Natur der Engel; nur von hier aus versteht man, daß nach dem Midrasch Adam und sechs andere biblische Personen beschnitten zur Welt kamen2 und daß die Beschneidung Israel zum Gegenstände der Furcht für alle Wesen macht3. Daß Philon und sein Kreis von der Angelologie seiner Zeitgenossen nicht viel gewußt und noch weniger gehalten hat, ließe sich begreifen. Aber unabhängig von allen Vermutungen ergibt sich die Tatsache, daß seine Begründungen und die seiner Gewährsmänner von denjenigen, die uns aus dem apokryphen und rabbinischen Schrifttum bekannt sind, vollständig abweichen. Ob er sich ägyptische Begründungen zu Nutze machte (s. o. S. 71,3), muß dahingestellt bleiben; die ausführliche Erörterung, weshalb im Gegensatz zur ägyptischen Sitte nur Knaben beschnitten werden (Quaest. in Gen. III 47), spricht vielleicht dafür, daß zwischen denkenden Aegyptem und Juden ein Gedankenaustausch stattfand. 1 Cic. Nat. deor. I 99 Non modo in homine, sed etiam in arbore quicquid supervacaneum sit aut usum non habeat, obstare. 2 AdRN 2 נ״א S. 6 b אדם הראשון יצא מהול שד ויברא א׳ את האדם בצלמו; ferner Tanch. 5 נח Mitte. 3 Tanch. 14 צו g. E. und Pirqe de R. Elieser § 10, wo sie sogar dem Liwjatan Schreck einjagt.