Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- – (sequence 179)
- Language
- German
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176 § 5. Sonstige Religionsgesetze Götter anerkennen1, ist so offenbar hellenisch, daß eine genauere Betrachtung sich erübrigt2. Zu dem Verbot der Tätowierung Eev 1928 bemerkt Philon SpL. I 58: ״Einige gehen so weit, daß sie zu dem Dienst ihrer Götzen eilen und sich sogar den Weg zur Umkehr abschneiden; sie bekennen sich nämlich schriftlich zu ihnen, freilich nicht auf Papier, sondern, wie es bei Sklaven üblich ist3, durch Einritzen auf ihre Haut mit glühendem Eisen.“ Die Meinung, daß nicht jedes Einritzen, sondern nur dasjenige des Namens eines Götzen verboten sei, vertritt auch Bar Kappara Makkot 21a; aber abgesehen davon, daß diese Ansicht vereinzelt dasteht, so legte doch der Zusammenhang mit den Verboten anderer aus fremden Kulten stammender Sitten I*ev 1926 ff. eine solche Auffassung sehr nahe; Abhängigkeit Phiions von palästinischer Ueberlieferung ist also nicht zu erweisen. Das Gebot der Beschneidung behandelt Philon — sicherlieh nicht zufälligerweise — zu Beginn seiner Schrift über die Einzel- 1 VgL Joh 84! sx 7r0f>v£ta<; oöx 67־8{ןעע6ץ;jiev* Iva 7uazipa lyoyisv *cov 9-sov und Schwartz NGG 1908, 162. 2 Natürlich ist es weder nötig noch auch nur geraten, in den rein rhetorischen Ausführungen Phiions genaue Beziehungen auf bestimmte Philosophenschulen zu sehen. Nur um zu zeigen, was für Richtungen ihm vorgeschwebt haben mögen, sei einiges angeführt. Die ״Gequetschten“ glauben an die ü^opfo(: uX7j und leugnen die Ideen; der formlose Urstoff weist auf die Stoa (StVFr. II300; 316 u. ö.), die Ideen auf unmittelbaren Einfluß Platons; Poseidonios würde neben die 0X7] das 7cvsüj!a gestellt haben. Ammoniter und Moabiter sind nach 333 ff. Verehrer der Sinnlichkeit und des Geistes; zur Auffassung des Geistes als göttlich vgl. Bernays, Heraklitische Briefe 136, der namentlich auf Sen. Ep. 31, 11 verweist, wo der Geist des Weisen deus in corpore humano hospitans heißt; die Lehre von der Göttlichkeit der ai097]x7jpta schrieb man dem Kyniker Diogenes Fg. 2 Mull, zu; der Streit des Geistes gegen die Sinne findet sich bereits bei Demokrit B 125 Diels; er ist das Muster einer antiken auptpigig (Hense, Die Synkrisis in der antiken Literatur, Freiburg 1893). — Die zahlreichen Parallelen bei Philon sind durch Leisegangs Index unter Deut 23! f. leicht zu finden. 3 Ueber die griechische Sitte vgl. die Anmerkung zur Uebersetzung, über Tätowierung im alten und neuen Aegypten Wiedemann, Herodots zweites Buch 204.