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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1929-01-01 · 1929 · page 178

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1929
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 178)
Language
German
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IRI
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Mysterien. Verschnittene Söhne von Dirnen 175 gegen die Lästerung von Göttern. Sehr beachtenswert ist, daß sich auch Josephus Ap. II 237, Alt. IV 207 die auf der LXX beruhende Auffassung völlig zu eigen macht. Natürlich hofft er dadurch, dem verbreiteten Vorwurf des Hasses fremder Religionen1 zu begegnen. Das Verbot der Einweihung in Mysterien, das Philon SpL. I 319 ff. bespricht, ist einem Glossem der LXX zu Deut 2317 entnommen. Die Rabbinen würden — neben dem allgemeinen Verbot, Riten heidnischer Religionen mitzumachen — keinen Anlaß für eine derartige Vorschrift gesehen haben. Durch die LXX bestimmt ist auch Phiions Behandlung der Gebote Deut 232 f. (SpL. I 324 ff.) Nach diesen Vorschriften soll kein an den Geschlechtsteilen Verstümmelter ״in die Gemeinde Gottes kommen‘4; Philon faßt exxbjata als Volks- Versammlung, sieht in dem Verstümmelten einen pathicus und benutzt das Verbot als Anlaß, die überlegene Strenge des Judentums gegenüber der Päderastie hervorzuheben; dagegen verstehen die Rabbinen unter קד,ל die Gemeinschaft und sehen in dem Verbot die Untersagung des conubium. Auch in der Auffassung des ממור, auf den sich das gleiche Verbot bezieht, folgt er der LXX, die ex Tzopvrfi (Sohn einer Buhlerin) übersetzt, während nach den Rabbinen2 ein Kind aus blutschänderischer Verbindung oder aus Ehebruch gemeint ist. Die allegorische Umdeutung dieser Bestimmungen auf solche, die den Glauben an den Schöpfer des Alls ״aus ihrem Bewußtsein herausgeschnitten haben“3 oder ״viele Väter“, d. h. viele 1 Plin. N. h. XIII 4, 46 gens contumelia numinum insignis; selbst Kaiser Claudius warnt die Juden tgcc tojv dk\a>v s&vojv 0s1310a»u.0v»a:; s£ou9sv'Cs׳v Jos. Alt. XIX 290. 2 M. Jeb. IV 13. Auch die etwas weitergehende Ansicht des R. Aqiba schließt uneheliche Kinder nicht als solche ein. Vgl. die eingehenden Ausführungen Aptowitzebs, Hebrew Union College Annual V 262 ff. 3 Nach De ebr. 212 f. ist der Eunuch der unfruchtbare Diener der Lust.

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