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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1929-01-01 · 1929 · page 177

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1929
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 177)
Language
German
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IRI
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174 § 5. Sonstige Religionsgesetze donios abhängt, so ist für ihn und Philon eine verwandte stoische Quelle anzunehmen1. Auch das Verbot, die Frucht der ersten drei Jahre zu ge־ nießen, erklärt Philon De virt. 156 ff. vorwiegend aus der Rück־ sicht auf die Entwicklung der jungen Bäumchen, die durch zu frühes Abemten leiden. Daß sie gerade im 4. Jahr als vollkommen ausgereift gilt, liegt an der Wirkung der heiligen Vierzahl (§ 159); alsdann ist sie aber ״ganz und gar als Erstlingsgabe Gott zu weihen" gemäß dem (De plant. 117 angeführten) Wortlaut Dev 1924, während sie nach der rabbinischen Anschauung ebenso wie der zweite Zehnt zu behandeln, also von den Besitzern in Jerusalem zu verzehren ist, nach dem jerusalemischen Targum (und den Samaritanern) dagegen den Priestern zufällt (Hoffmann, Das Buch Leviticus II 52). Ebenfalls durch die LXX bestimmt ist Phiions Auffassung der Gotteslästerung. Er zitiert Lev 2415 f. (VMos. II 203 ff.) so: ״Wer Gott flucht, macht sich einer Sünde schuldig; wer aber den Namen des Herrn ausspricht, soll sterben“. Die Schwierigkeit, daß das Fluchen schwerer bestraft wird als das Aussprechen, löst er durch die Auslegung, daßV.15 von heidnischen Göttern die Rede sei — es ist also ״wer einem Gotte flucht“ zu übersetzen —; ihnen zu fluchen, ist nach SpL. I 53 E£ 2227 verboten: in der Tat gibt dort die lxx אלהים לא תקלל (d. h. nach Talmud und Targum: Richter) Seobc ou *axotoyi/jaEvz wieder. Auch an der ersten Stelle ist die Schwierigkeit nur dadurch entstanden, daß die LXX für ״ נקבlästernd“ dvoydCoiv gibt2; Phiions Lösung ist mit dem MT, nach welchem zu übersetzen ist: ״Wer seinem Gott flucht“, unvereinbar. In der Tat finden sich im rabbinischen Schrifttum keine Bedenken 1 Für die viel stärkere Neigung der Rabbinen zu geschichtlichen Begründungen lehrreich ist Tanch. Gen. 9: Kain brachte Flachssamen, Abel opferte ״von seiner Herde“; daher soll man Wolle und Leinen nicht vermischen, damit sich das Opfer des Sünders und das des Frommen nicht verbinde. 2 S. o. S. 20.

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