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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1929-01-01 · 1929 · page 173

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1929
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 173)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721055--172-2727118
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170 § 5. Sonstige Religionsgesetze Natur, die die Hauptarten unverfälscht zu erhalten sucht“; daher läuft die Erzeugung von Mauleseln ״der Natur zuwider“. An der zweiten Stelle erweitert er die Begründung (a), indem das Gebot auch dem Ehebruch Vorbeugen soll, und fügt hinzu c), die Zusammenbringung ungleichartiger Wesen widerspreche der Gerechtigkeit, da ein Zusammenleben nur zwischen gleichartigen Wesen möglich sei. Auch das Verbot, mit Ochs und Esel zugleich zu pflügen Deut 2210 deutet Philon IV 205 f. in humanem Sinn (d) als Gebot der Schonung des schwächeren, wenn auch ״unreinen“ Tieres, demgemäß als An- Weisung an die Richter, die niedrig Geborenen nicht zu benachteiligen; ferner De virt. 146 f. (e) als Warnung vor der Kränkung der Volksfremden. Von diesen Gesichtspunkten gehen a, d, e und in der Hauptsache auch c von derselben Voraussetzung aus, die wir bereits aus der Deutung der Opfertiere und der verbotenen Tierarten kennen, daß die Vorschriften über Tiere entweder allegorisch oder in sinngemäß erweiterter Anwendung auf Menschen zu beziehen sind, die ihnen aus irgend einem Grunde entsprechen1. Es ist dieselbe — selbstredend rein hellenische — Methode, die bekanntlich der Apostel I Kor 910 anwendet; sie muß alt sein, da seine Frage ״sorgt Gott für die Ochsen“ an den Einwand erinnert, den der Aristeasbrief § 144 voraussetzt, Moses habe seine Speisegesetze den Mäusen und Wieseln zuliebe gegeben. So weit wie jenes Wort des Apostels geht Philon freilich nicht (und man wird gut tun, auch mit verallgemeinernden Schlüssen auf Paulus1 Denkweise zurückzuhalten); er nimmt die vom Apostel umgedeutete Vorschrift Deut 254 De virt. 145 wörtlich2 und findet allgemein in der Bibel die Mahnung zu schonender Behandlung der Tiere (De virt. 126 ff.), ja, der Pflanzen (148 ff.), die unseren Charakter veredelt und uns insbesondere vor Hochmut bewahrt (161 ff.). Man wird die tierfreundliche Stellungnähme natürlich nicht aus der Ethik der Rabbinen3 abzuleiten haben, 1 S. o. S. 71 und 161 f. 2 Ebenso der Midrasch, der sie auf Tiere jeder Art’ ausdehnt, vgl. Hoff- MANN Z. St. 3 Fernerstehende seien auf I. Unna, Tierschutz im Judentum, verwiesen.

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