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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1929-01-01 · 1929 · page 170

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1929
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 170)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721055--169-2727115
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Tefillin und Mesusa 167 Bewegte“) des Typhon verwendet worden war1. Er faßt also die Vorschrift 68 rein allegorisch auf und verrät mit den Tefillin, die am Kopfe und am Arme festsitzen, keine Bekanntschaft. Dagegen bezieht er V.9 in der Tat auf Türinschriften, jedoch in andern! Sinne als die Rabbinen. Er meint § 142, ״die Rechtssatzungen seien aufzuschreiben und an Türpfosten und Stadttoren anzubringen, damit Auswärtige2 und Einheimische, Bürger und Fremde, die Worte lesen und beherzigen“. Auf die Mesusot können diese Worte kaum bezogen werden; die Kapseln waren sicher nicht leicht lesbar; vielmehr ist Philon beeinflußt durch die griechische Sitte der Türinschriften; insbesondere fühlt man sich an die kynische Erzählung (Diogenesbrief 36,2) erinnert, nach welcher Diogenes den Deuten von Kyzikos empfohlen habe, an ihre Tore zu schreiben ״Armut trete ein“, sie aber geschrieben hätten ״Gerechtigkeit trete ein“. Nur von hier aus erklärt es sich ja, daß Philon ohne jeden Anhalt im Schriftwort das Gebot ausschließlich auf die Einprägung der Gerechtigkeit, nicht auch der anderen Tugenden bezieht, während Josephus Alt. IV 213 vorschreibt, ״die größten Wohltaten Gottes3 an den Türen, aber auch an Arm und Haupt zu verzeichnen“. Daß Philon Tefillin und Mesusot überhaupt nicht gekannt hat, ist freilich sehr schwer anzunehmen. Daß es in Palästina Mesusot gab, bedarf nicht erst des Beweises; auch der Aristeasbrief § 58 kennt das Gebot ״die Gottesworte (ASyia) an den Türpfosten anzubringen zur Erinnerung an Gott“; noch weniger ist zu bezweifeln, daß er einmal Tefillin gesehen hat, da nicht nur Aristeas § 159 sie im gleichen Zusammenhang erwähnt, sondern die palästinischen Juden sie nachweis- 1 Plut. De Iside § 63 Bia X1v7j36u>c 7ן Y^vsaic;. Kiveiafrat bezeichnet im engeren Sinne die Orts Veränderung, im weiteren jede Wirkung. 2 So möchte ich exByjpüvTSQ lieber übersetzen als ״Verreisende“; Philon denkt echt griechisch bei icoXic mehr an den politischen als an den geographisehen Begriff. 3 Die Mesusa enthält die Verheißung Deut ll14f., die Tefillin auch Ex 133 ff.

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