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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1929-01-01 · 1929 · page 164

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1929
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 164)
Language
German
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IRI
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161 Phiions allgemeine Begründung der Speisegesetze Philon kennt für die Speisegesetze allegorische und wörtliche Begründungen. Daß er den ersteren innerlich den Vorzug gibt, ist kaum zu bezweifeln. Es ist das Wenigste, daß nach De agr. 131 nicht einzusehen ist, wieso das Kamel deshalb, weil es wiederkäut, aber keine gespaltenen Hufe hat, unrein sein soll. Vielmehr gibt die Dev 1142 das Verbot der ״vier- und mehrfüßigen Tiere“ wieder 7räc b Tzopeijofievot; km xiaaapa diä 7ravT<k, o TtoXonXrjfXei 7cootv (jeder, der vier Beine und mehr Füße hat), eine Wendung, die ebenso die wörtliche Deutung ausschließt* 1, wie sie durch ihre maskuline Fassung die symbolische Beziehung auf eine Menschengruppe nahelegt. Gemeint sind nach Feg. all. III 139 SpL. IV 113 Leute, die den vier Hauptaffekten und ihren zahllosen Unterarten frönen. Auch mit den Tieren, welche mit vielen Beinen oder mit dem Bauche auf der Erde einherkriechen, sind nach Migr. Abr. 64 f., Quis rer. div. her. 239 ff. die Diener der Lust gemeint, während mit den reinen Springinsekten auf diejenigen Menschen angespielt wird, die sich über das Niedere zu erheben vermögen Leg. all. II 105. Unter diesen hat es natürlich besonders der ״Schlangenkämpfer“2 Philon angetan (Op. m. 163; SpL. IV 114), da ja die Schlange für ihn das Symbol der bösen Lust ist. Wie weit sich diese Deutungen von der rabbinischen, am Wortsinn festhaltenden entfernen, trotz vereinzelter Beziehung unreiner Tiere auf die vier Weltreiche im Midrasch3, liegt auf der Hand; bedenkt man, daß Plutarch, vielleicht nach altakademischer Quelle, den Kampf eines Habichts gegen eine Schlange symbolisch (vgl. etwa Adlers Index zu den Stoikerfragmenten); daher die teleologischen Betrachtungen § 155 ff. 1 S. o. S. 155. 2 ocpioyiayjrj(: Lev 1122 für חגב Heuschrecke. 3 Lev. r. 13, 5. Ich sehe keinen Anlaß zu der Annahme, daß auch hier, wie vielleicht an früheren Stellen des gleichen Midrasch (s. S. 76) griechischer Einfluß mitwirkt; es scheint eher, daß man die bekannte Symbolisierung Korns durch das Schwein (Abot de R. Nathan A 34 u. ö., dazu Krauss, Monumenta Talmudica V 15), auf andere Tiere erweitert hat tt

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