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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1929-01-01 · 1929 · page 155

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1929
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 155)
Language
German
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IRI
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152 § 4. B. 2. Jüdisches und Griechisches in der Festdeutung während es bereits für das Jubiläenbuch das Fest der Bundesschlüsse ist; dafür wird der 1. Tischri Offenbarungsfest, nur weil man sich durch den Schofarton an die Theophanie erinnert fühlt; das Mazzotfest wird zum Neujahrsfest, ohne irgendeinen Anhalt im Ritus. Alle diese Auffassungen beruhen auf junger Kombination, nicht auf einer neben der palästinischen gleichberechtigten Ueberlieferung. Und dazu stimmt auch die offenbare Assimilation mancher jüdischen Feste an die griechischen: der Sabbat wird zum Tage des Kronos, das Fest des Hinwegschreitens Gottes über Israel zum Diabaterion, der Tag des Trompetenstoßes zu den Hieromenien. Dasselbe Bedürfnis, das wir schon von den Tempelgesetzen her kennen, das Bedürfnis, die Begriffe des eigenen religiösen Gebens zuerst in die Sprache, dann aber durch deren Vermittlung auch in die Begriffswelt der Umwelt zu übersetzen, tritt auch hier mit lehrreicher Deutlichkeit hervor. So verhilft uns Philon zu einem recht anschaulichen Bilde des Lebens seiner Gemeinde und der geistigen Strömungen, die es hervorbrachte. Aber mag uns an diesem Bilde noch mehr gelegen sein als an der Persönlichkeit des Mannes, dem wir es verdanken, so fordert doch auch er und seine Arbeitsweise, also die Art, wie er die nunmehr aufgedeckten Quellen verwertet, ein Wort der Betrachtung. Während Philon in seinem Kommentarwerk einseitig den Allegorikem folgt, um die Geltung der Thora als mystische Offenbarungsurkunde zu erweisen, läßt er in den gesetzlichen Schriften, zumal in der Schrift Ueber die Einzelgesetze, bewußt den ganzen Ertrag des Nachdenkens seiner Gemeinde über die Feste, unbewußt das Gemeindeleben, das ihn umfängt, auf sich wirken. Unter den Anschaumigen, die sich hier gebildet haben, ist keine, der er sich ganz hingeben kann, aber keine, die nicht einen brauchbaren Kern zu enthalten scheint. Ohne sich streng wissenschaftlich mit seinen Vorgängem auseinanderzusetzen, gestaltet er daher ihre Lehren durch Auswahl und Weiterbildung in seinem Sinne um. Den Anhängern des schlichten Wortsinns kann er darin durchaus zustimmen, daß die Feste innegehalten werden sollen und daß insbesondere die Angriffe der Nichtjuden auf sie scharfe Zurückweisung verdienen; aber sie

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