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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1929-01-01 · 1929 · page 156

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1929
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 156)
Language
German
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IRI
…/2720904-2721055--155-2727101
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Philons Auswahl 153 sind mehr als nationale Erinnerungen oder Bekundungen unseres Gehorsams und unserer Treue zur nuxpios noAizda: sie haben Beziehung zu unserem religiösen Leben, der Verbindung der Seele mit Gott. Als Mittel zum Nachweis dieser Beziehung ist ihm vor allem die Zahlensymbolik willkommen, die ja, wie ihre spätere, von Philon ganz unabhängige Nachwirkung im Judentum beweist, keineswegs notwendig auf eine Auflösung des Ritus hinausläuft. Aber auch der Ruf der Kyniker hallt in ihm nach, wenn auch in wesentlich verändertem Sinne. Auch er ist Kosmopolit wie sie und in seinem Streben nach religiös-ethischer Verinnerlichung dem Luxustreiben und den Machtkämpfen seiner Zeit im tiefsten Sinne feind. Aber Kosmopolitismus bedeutet ihm nicht nur die Lösung der künstlichen Bindungen innerhalb der Menschheit, sondern die Lösung von der Menschheit, ja, von allem ״Gewordenen“ selbst: nur das Ungewordene will er verehren (§ 166) und die Seele im Mitschwung mit den ewigen Sternen ihre göttliche Kraft spüren lassen (45). So bildet er denn das Lebensgefühl, damit aber die Religionsanschauung der Kyniker selbständig im platonischen Sinne um, ergänzt ihre Betrachtung durch ganz wenige Anleihen bei den Allegorikem, ohne daß deren Spitze gegen die buchstäbliche Innehaltung der Feste noch fühlbar würde, und nimmt ihr nach Möglichkeit die brüske Wendung gegen die falsche, herkömmliche Art jüdischer Feiertagsheiligung. Kompilator ist er nur da, wo er es sein will, in den Quaestiones: in der Gesetzesdarstellung ist er Eklektiker; und das Prinzip der btloyij ist ein Streben, das der Femerstehende, der den Blick zugleich auf verwandte Erscheinungen gerichtet hält, vielleicht noch klarer sieht und aussprechen kann, als er selbst es versucht und gekonnt hat: das Streben, den Feiertag zu wahren als Tag der Verbundenheit mit Gott, wie er sie als Jude fühlte und als Hellenist in den Formeln der wissenschaftlichen Begriffssprache ausprägte. Die Ausprägung stellt ihn abseits vom Strome des jüdischen Lebens; in jenem Streben selbst trifft er nicht nur mit den besten prophetischen Ueberlieferungen zusammen, sondern auch mit jenen Rabbinen, die durch die Regelung der Gottesdienste die alten Natur- und Gedenkfeiern erst voll zu

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